Köln: Jüdisches Museum: Verein zieht Finanzierungszusage zurück

Köln: Jüdisches Museum: Verein zieht Finanzierungszusage zurück

Eine Finanzierung des geplanten Jüdischen Museums in Köln durch einen privaten Trägerverein ist endgültig gescheitert.

Die „Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur” sieht sich nicht in der Lage, das auf dem Kölner Rathausplatz geplante Projekt zu bezahlen. Das habe der Verein der Stadt Köln am Donnerstag schriftlich mitgeteilt, sagte Stadt-Sprecher Gregor Timmer am Abend und bestätigte einen Bericht der „Kölnischen Rundschau” (Freitag).

Die allgemeine wirtschaftliche Situation habe die in Aussicht gestellten Spenden hinfällig werden lassen, heißt es in dem Brief. „Um für die Beteiligten eine stabile Entscheidungsgrundlage zu schaffen, erklären wir hiermit, dass wir zu unserem großen Bedauern von der Finanzierung des Baues und dessen Betrieb als Museum Abstand nehmen müssen und auch tun.”

Nun muss der Stadtrat entscheiden, ob die Stadt einspringen und die Kosten übernehmen soll. Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) hatte dem Rat bereits eine kleinere Version des geplanten Projekts vorgeschlagen, nachdem das zugesagte Geld des Vereins nicht eingegangen war.

Demnach soll das Museum nur noch eine Abteilung innerhalb der ohnehin geplanten Archäologischen Zone auf dem Rathausplatz werden. Diese Zone umfasst unter anderem Reste einer mittelalterlichen Synagoge. Der Rat will erst nach der Kommunalwahl am 30. August über die Planungen für ein Jüdisches Museum entscheiden.

Der private Verein wollte unter anderem die Baukosten von zehn bis elf Millionen Euro für das Museum tragen, war aber bereits an der Gründung einer Stiftung als erstem Schritt gescheitert.

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