Buntes Treiben: Jecke in ganz NRW feiern Weiberfastnacht

Buntes Treiben : Jecke in ganz NRW feiern Weiberfastnacht

In den närrischen Hochburgen wie Aachen, Köln und Düsseldorf hat um 11 Uhr 11 der Straßenkarneval begonnen. In vielen Städten stürmen die Frauen an Weiberfastnacht traditionell die Rathäuser und übernehmen symbolisch die Macht.

In Aachen versammelten sich die Jecken unter anderem am Burtscheider Marktplatz. Die Dürener feierten ebenfalls unter freiem Himmel: Auf dem Dürener Markt haben Prinz Heinz I, Prinzessin Petra II. und Kinderprinz Julius den Straßenkarneval eröffnet. In der Stolberger Innenstadt konzentrierte sich der Karneval zunächst auf das Foyer des Rathauses. Das wurde ab 13.30 Uhr zuerst von den Kindern und danach von den erwachsenen Narren gestürmt. Auch in Eschweiler wurde traditionell im Rathaus gefeiert - Bürgermeister Rudi Bertram hatte zu Freibier eingeladen. In der Nordeifel hielt der Widerstand ebenfalls nicht lange, als die Karnevalsgesellschaften die Rathäuser in Monschau und Simmerath stürmten. Beim Alsdorfer Rathaussturm werden die Stadtoberen nicht nur freundlich, aber bestimmt ihrer Ämter enthoben, sie müssen der Meute auch traditionell einige Kunststückchen vorführen

In Köln forderte das Dreigestirn die Stadtschlüssel ein. Kölner Kinder und Jugendliche gingen fast ausnahmslos verkleidet zur Schule. Die Stadt war auch in diesem Jahr wieder das Ziel Hunderttausender Karnevalstouristen. Die Polizei war mit mehr als 1000 Beamten im Einsatz. Am späten Donnerstagnachmittag war die Lage nach den Worten eines Sprechers „immer noch im vergleichsweise grünen Bereich“. Dies habe möglicherweise auch damit zu tun, dass der Zulauf diesmal geringer sei als in früheren Jahren.

Mit fortgeschrittener Stunde mache sich allerdings der gestiegene Alkoholkonsum bemerkbar. „Es gibt immer wieder Straftaten, auch Körperverletzungen, Sachbeschädigungen“, sagte der Sprecher. Auch Tanja Holthaus vom Festkomitee sagte, der Straßenkarneval habe „ruhig und entspannt“ begonnen. Die meisten Probleme gibt es allerdings erfahrungsgemäß am Abend.

In Düsseldorf setzten die alten „Möhnen“ den Bürgermeister gefangen. Dort waren am Morgen ebenfalls schon viele Kostümierte unterwegs. Angestellte, die nicht frei hatten, arbeiteten liebevoll geschminkt und in bunten Kostümen. Die Lage war laut einer Polizeisprecherin „eher ruhiger und friedlicher als erwartet“. Die Lage sei erfreulich: „Fröhlich-ausgelassenes Feiern, keine größeren Vorkommnisse.“

In Bonn griffen die Waschweiber an. Auch in Mainz starteten mehr als 1000 Frauen und Mädchen in die tollen Tage. Und vielerorts wurden Krawatten abgeschnippelt.

Der Himmel zwischen Maas und Rhein war am Morgen noch wolkenlos – allerdings blieb das nicht so: Gegen Mittag zog es langsam zu, und für den Rest der tollen Tage müssen sich die Karnevalisten auf Wind und Regen einstellen.

Daran sind sie allerdings gewöhnt - Karneval sei nun mal ein „Winterfest“, betont das Festkomitee Kölner Karneval ein ums andere Mal. Das Sommerfestival „Jeck im Sunnesching“ (Jeck im Sonnenschein), das sich in Köln zunehmender Beliebtheit erfreut, hat nicht den Segen des organisierten Karnevals.

(dpa)