Aachen: Investor macht Druck im Altstadtquartier Büchel

Aachen : Investor macht Druck im Altstadtquartier Büchel

Seinen Geldgebern habe er gesagt, dass „das hier rund um den Büchel in Zukunft eine exzellente Lage sein wird“, sagt Investor Heiko Saeger. Er ist überzeugt, damit nicht zu viel versprochen zu haben, denn: „Der Bereich zwischen unserem Objekt, der Germania-Fischhalle, und dem Parkhaus Büchel ist mit den preisgekrönten Plänen des Büros Chapman-Taylor eine tolle Sache, auch mit dem geplanten Laufhaus“, erklärt Saeger, der die Fischhalle Anfang des vergangenen Jahres gekauft hat.

Im vergangenen Jahr hatte es erneut — losgetreten von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und dem Aachener Polizeipräsidenten — Diskussionen um die Antoniusstraße als innerstädtischen Prostitutionsstandort gegeben. Die sind inzwischen vom Tisch. Von Seiten der Verwaltung wird nun die erneute Offenlage des Bebauungsplans „Altstadtquartier Büchel“ vorbereitet, wie die zuständige Projektplanerin der Stadt, Heike Ohlmann, bestätigte.

An die Adresse der Stadtverwaltung richtet Investorenvertreter Heiko Saeger nun einen dringenden Appell: „Dieses Viertel muss für die Stadt ein Vorzeige-Quartier werden“, sagt er. Dabei könne man die Prostitution seiner Meinung nach durchaus dort belassen, wenn man „die Umgebung hochwertig und architektonisch einzigartig gestaltet“ — wie es die Chapman-Taylor-Entwürfe vorsehen.

Der Siegerentwurf dürfe keinesfalls verwässert werden, fordert Saeger und bemängelt zugleich, dass in den überarbeiteten Entwürfen bereits Durchgänge „zugunsten langer Wohnblocks“ gestrichen wurden. Eine vorgeschlagene Markthalle als Verbindung zum sogenannten Londoner Hof sei entfallen, jener „geniale Entwurf“ werde eben nicht ernst genug genommen, beklagt er.

Für die Geldgeber hinter dem Manager der Kölner Zinshaus-Investments sei die Entwicklung ihres eigenen Projektes „Fischhalle“ nicht ohne die Gesamtentwicklung des Altstadtquartiers denkbar. „Schauen Sie sich doch um: Großkölnstraße, Mefferdatis­straße und Dahmengraben, überall hässliche Leerstände, alles grau in grau.“

Das heißt für ihn, dass die Büchel-Entwicklung nicht an den Grenzen des Altstadtquartiers enden dürfe. Für den Fall, dass die Aachener Investoren ihre Pläne nicht schneller umsetzen würden, bietet er jedem Verkaufswilligen an: „Wir sind in der Lage, das gesamte Projekt zu finanzieren und innerhalb von drei bis vier Jahren am Büchel aufzustellen.“ Einzige Voraussetzung: Verbindlichkeit der Zusagen und der Wille, das Chapman-Taylor-Konzept umzusetzen.

Dass es höchste Eisenbahn für eine schnelle Veränderung sei, bestätigen die Betreiber des Aphrodite-Grills an der Ecke Meffardatis- und Antoniusstraße. Dort hatten die Brüder Besir und Ömer Kayran seit Jahren ein ordentliches Einkommen, nur in letzter Zeit gehe alles immer weiter zurück, klagt Ömer Kayran. Vor allem, seit das Kaufhaus Lust for Life geschlossen ist, bleiben die Kunden aus.

Das Jugendstil-Ambiente der ehemaligen Fischhalle Frohn soll detailgetreu wiederhergestellt werden, bekräftigt Saeger. Dreizehn Wohneinheiten befinden sich in dem Eckhaus, alle sollen hochwertig saniert und neu zugeschnitten werden. „Der Blick in den Hinterhof macht allerdings traurig.“ Da zerfällt alles, sagt der Investor und schlägt eine umfassende Sanierung vor. Wenn dort Qualität entstehe, dann sei man die Sorgen um eine aus dem Ruder laufende Prostitution und einen weiteren Zerfall der Stadt schnellstens los.

Seine Leute machen dabei den ersten Schritt: Ab Anfang April wird die alte Germania-Fischhalle eingerüstet, um die Fassade zu erneuern und die Wohnungen auf Vordermann zu bringen. „Wir können uns sehr gut vorstellen, dass dort im Jugendstilambiente irgendwann ein erstklassiges Fischrestaurant oder eine Fischhalle sein wird“, erläutert der Projektentwickler die Pläne.

Auch die seit mehr als 20 Jahren vor sich hin gammelnde ehemalige Pfeiffer-Immobilie an der Großkölnstraße soll nun endlich eine Perspektive haben. Die List-Gruppe mit den Hamburger-Architekten Prasch/Buken und Partner plant dort ein B&B-Hotel mit Einzelhandel im Erdgeschoss.

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