Düsseldorf: Immer mehr Polizisten in NRW werden Opfer von Gewalt

Düsseldorf : Immer mehr Polizisten in NRW werden Opfer von Gewalt

Die Zahl der Polizisten, die in Nordrhein-Westfalen Opfer von Gewalttaten geworden sind, hat den höchsten Stand seit mindestens sieben Jahren erreicht. Mit mehr als 18.000 geschädigten Polizisten stieg sie im vergangenen Jahr um fast acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das geht aus einem aktuellen Lagebild des Landeskriminalamts zur Gewalt gegen Polizisten hervor, über das die „WAZ” berichtet.

Bei 78 Prozent der insgesamt rund 9000 Gewaltdelikte gegen Polizisten im Jahr 2017 handele es sich um Widerstandsdelikte in Verbindung mit einem tätlichen Angriff. Ein LKA-Sprecher wollte die Zahl weder bestätigen noch dementieren: Es handele sich um ein internes Lagebild.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach von einer „verheerenden Entwicklung”. Seit 2010 habe sich die Zahl fast verdoppelt. „Alle 30 Minuten wird in NRW ein Polizist oder eine Polizistin verbal oder körperlich angegriffen”, sagte Adi Plickert, GdP-Vizechef, der „WAZ”.

Zum Schutz der Polizisten vor Spuckattacken fordert die GdP sogenannte Spuckhauben für alle Streifenwagen. Damit könnte etwa verhindert werden, dass Festgenommene im Streifenwagen den Beamten von hinten in den Nacken spucken.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) will als Konsequenz Streifenwagen und andere Einsatzfahrzeuge mit Kameras ausstatten, um Attacken zu dokumentieren. Eine Verschärfung der Strafen für Gewalttaten gegen Einsatzkräfte hatte Reul im März abgelehnt.

(dpa)
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