Düsseldorf/Aachen: Immer mehr Anwohner zeigen Falschparker an

Düsseldorf/Aachen : Immer mehr Anwohner zeigen Falschparker an

In Nordrhein-Westfalen übernehmen normale Bürger immer häufiger die Arbeit von Politessen, wie eine Umfrage unserer Redaktion in Kommunen ergeben hat. Allein in Köln meldeten demnach im vergangenen Jahr Privatpersonen rund 29.000 Falschparker beim Ordnungsamt.

In Düsseldorf waren es 11.500, in Bonn 6000, in Dortmund 4700. In manchen Kommunen in NRW hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. In Aachen, Düren und Heinsberg werden die Fälle nicht erfasst. Die meisten Städte berichten aber von einer steigenden Tendenz — auch die Kommunen in unserer Region.

Wie ein Knöllchen einer Politesse

„Heutzutage haben die meisten Menschen ein Smartphone immer bei sich, mit dem sie Fotos von Falschparkern machen können. Diese Beschwerden werden immer mehr“, sagte Rita Klösges vom Presseamt der Stadt Aachen auf Anfrage. Insgesamt steige die Zahl der Aachener, die anzeigen, wenn Autofahrer Straßen oder Zufahrten (regelmäßig) blockieren. „Das wird genauso behandelt wie ein Knöllchen von einer Politesse, wenn Privatpersonen Fotos mitschicken“, sagte Klösges. Der Falschparker erhalte dann einen Anhörungsbögen und muss sich erklären. Diese Praxis ist in den meisten Kommunen üblich.

„Mit Foto und genauer Angabe des Ortes kann man das machen. Die Meldungen werden dann durch die Bußgeldstelle weiterverfolgt“, sagte auch ein Sprecher der Stadt Moers am Niederrhein. Manche Menschen betrieben das als eine Art Hobby. „Wir möchten zwar nicht von uns aus dazu aufrufen, solche Anzeigen zu machen“, fügte der Sprecher hinzu.

Gleichwohl könne der maßvolle Einsatz von Privatanzeigen sinnvoll sein, etwa wenn die Stadt auf Orte aufmerksam gemacht werde, an denen öfter verkehrsgefährdend geparkt werde. Auch in Aachen schaut man sich speziell die Orte an, an denen häufig und regelmäßig Autos etwa die Straße für Rettungswagen und Müllwagen blockieren oder auch wenn es durch falsch geparkte Wagen Sichtbehinderungen für Radfahrer und Fußgänger gebe, erklärt Klösges.

Was die Stadt hingegen nicht so vehement verfolge und ganz nebenbei auch kaum gemeldet werde, seien Fälle von zu kurz oder nicht gelösten Fahrscheinen. Wenn ohnehin eine Politesse in der Nähe sei, könne man sie auf das abgelaufene Fahrticket aufmerksam machen, aber man würde nicht eigens dafür Mitarbeiter vom Ordnungsamt zu besagtem Pkw schicken, heißt es von der Stadt Aachen weiter.

Die Kommunen erfassen die sogenannten Drittanzeigen nicht einheitlich. Während manche nur die Meldungen zählen, führen andere auch eine Statistik über die daraus resultierenden Einnahmen. So stiegen die Erlöse in Leverkusen 2017 im Vergleich zum Vorjahr von 8700 auf rund 10.000 Euro.

Eine App für Anzeigen

Viele Kommunen haben die Bürgeranzeigen als lukrative Einnahmequelle entdeckt. Auf den Internetseiten der Städte gibt es dafür sogar entsprechende Formulare. Darin muss derjenige, der Anzeige wegen Falschparkens erstattet, Name und Anschrift, den Ort des Verstoßes, Datum und Uhrzeit, Fahrzeughersteller und Kennzeichen angeben — und in der Regel auch seinen vollständigen Namen. „Die Anzeigen können nicht anonymisiert gestellt werden, da der Anzeigensteller im Rahmen des Verfahrens namentlich genannt wird“, sagte eine Sprecherin der Stadt Leverkusen. In vielen Fällen könnten allerdings die Meldungen nicht verfolgt werden, weil die gemachten Angaben zum Teil widersprüchlich oder unverhältnismäßig seien. Ein Grund dafür sei, dass die Anzeigensteller oft die Regeln der Straßenverkehrsordnung nicht kennen.

Manche Städte bieten auch eigene Smartphone-Apps für Bürger an, mit denen diese Falschparker beim Ordnungsamt melden können — zum Beispiel Mönchengladbach. Dort werden mit der App „Wegeheld“ pro Monat durchschnittlich 100 Parksünder angezeigt.

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