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Imkerverband Rheinland berichtet: Imker klagen über Diebstahl von Bienenvölkern

Imkerverband Rheinland berichtet : Imker klagen über Diebstahl von Bienenvölkern

Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere Hundert Bienenvölker gestohlen. Die Täter sind mutmaßlich selbst Imker - und werden selten geschnappt. Auch im Kreis Heinsberg kam es in diesem Jahr bereits mehrmals zu Diebstählen.

Deutschlands Imkern macht der Diebstahl von Bienenvölkern zu schaffen. 195 Fälle wurden der Imkerversicherung dieses Jahr bereits gemeldet, wie diese auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das entspricht demnach einer Schadenszahlung von rund 115 000 Euro.

2020 wurden den Angaben zufolge insgesamt 338 Diebstähle gemeldet, 245 000 Euro zahlte die Versicherung aus. Die Dunkelziffer liege aber wohl höher, wie eine Sprecherin sagte. Denn nicht alle Imker seien Mitglied in einem Landesverband und damit über die Imkerversicherung abgesichert. 2018 lag die Zahl der gemeldeten Diebstähle bei 284 und stieg seitdem jährlich leicht. Bei einem Diebstahl könne schnell ein Schaden von mehreren Hundert Euro entstehen.

Zwei solcher Diebstähle ereigneten sich in den vergangenen Monaten im Kreis Heinsberg: Erst im Juli verschwanden in Hückelhoven-Doveren insgesamt 16 Honigräume mit den darin lebenden Bienen und jeweils 20 Kilogramm Honig von einer Waldschonung des Weselter Buschs. Im Januar hatten Unbekannte bereits vier Bienenvölker von einem Grundstück in Wassenberg entwendet.

Eine kleine schwarze Box namens „GigaBeeProtect“ von Vodafone soll Abhilfe schaffen. Sie wird im Innenraum der Bienenstöcke angebracht und warnt Imker, wenn sich der Stock bewegt. „Wenn der Bienenstock umfällt oder geklaut wird, beginnt die Box, alle 30 Sekunden den Standort zu senden“, sagte Britta Rudolphi, Leiterin der Technischen Innovationsabteilung Vodafone bei der Vorführung der Box am Donnerstag in Düsseldorf.

„Meistens werden ein bis drei Bienenvölker pro Fall gestohlen, einmal waren es aber auch neun, einmal zwölf“, sagt Hubert Quandt, der beim Imkerverband Rheinland für die Versicherungsanfragen zuständig ist. „Das passiert leider immer wieder“, berichtet auch Margit Meinke, Geschäftsführerin des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker. „Es werden ganze Völker geklaut, manchmal auch ganze Stände.“

Und sind die Insekten erst mal weg, gibt es so schnell auch meist kein Wiedersehen. „Ich hab es noch nie gehört, dass die Diebstähle aufgeklärt werden“, sagt Quandt. „Was die Sache so traurig macht: Das kann ja nur ein Imker sein.“ Davon geht auch Meinke aus: „Das können nur Imker sein. Wer soll damit sonst etwas anfangen? Aber in der Regel erwischt man die nicht.“ “

Gerade im Frühjahr seien die Diebe unterwegs. Einige Bienenvölker überleben den Winter nicht, deren Imker stehen dann im Frühjahr ohne Tierchen da - und bedienen sich wohl bei ihren Kollegen, vermutet Quandt. Zwar gebe es einige Imker, die Wildkameras oder GPS einsetzten, bisher habe das aber wenig geholfen.

Das neue Modul von Vodafone soll helfen, Diebstähle zu bemerken und die Bienenstöcke wiederzufinden. Das besondere: Die Box hat nach ersten Tests eine Batterielaufzeit von 15 bis 18 Monaten und braucht somit keine Stromanbindung. Laut Rudolphi wird sie nur bei Bewegung aktiv und sendet ein Signal. Ansonsten bleibt sie im Ruhemodus und schickt nur einmal am Tag ein Statusupdate. Imker könnten so eine Saison lang ihren Bienenstock beobachten, ohne die Batterie tauschen zu müssen. Wie viel das Gerät kosten soll, konnte sie noch nicht sagen. Noch ist das Gerät in der Entwicklung und nicht zu kaufen.

Unabhängig vom finanziellen Schaden, trifft ein Diebstahl die Imker auch emotional. „Die Leute sind betroffen und sauer. Die Imker hängen ja auch an ihren Völkern“, sagte Meinke. „Man hat die Arbeit und die Mühen mit den Bienen und dann klaut sie einfach jemand. Gerade Hobby-Imker fühlen sich angegriffen.“

(red)