Meerbusch: Im Zug saßen mehr Menschen als ursprünglich vermutet

Meerbusch : Im Zug saßen mehr Menschen als ursprünglich vermutet

Im verunglückten Regionalzug bei Neuss waren nach Angaben des Rettungsdienstes deutlich mehr Menschen als zunächst angenommen. Es seien 173 Menschen in dem Regionalzug angetroffen worden, sagte Marc Zellerhoff, der ärztliche Leiter Rettungsdienst im Rhein-Kreis am Mittwoch in Meerbusch. Zunächst war von rund 150 Insassen die Rede gewesen.

Nach Angaben Zellerhoffs, der am Dienstagabend nach dem Zusammenstoß des Regionalzuges mit einem Güterzug selbst am Unglücksort war, wurden 7 Menschen schwer verletzt, ein weiterer erlitt einen Oberschenkelhalsbruch und musste mit einem Rettungshubschrauber transportiert werden.

Die Bundespolizei sprach dagegen von 9 Schwerverletzten und insgesamt 50 Verletzten. „Die Medizin ist ein bisschen grau und eine Verletzung wie eine Verrenkung tritt in einigen Fällen auch erst später auf”, sagte Zellerhoff zu den unterschiedlichen Angaben. Er wollte sich zunächst nicht auf eine genaue Zahl von Verletzten festlegen.

Der Regional-Express war auf der Strecke von Köln nach Krefeld (RE7) auf einen stehenden Güterzug geprallt.

Schwerverletzte, Leichtverletzte - Was bedeutet das?

Leichtverletzte, Schwerverletzte, Todesopfer - nach jedem Unfall ziehen Ermittler Bilanz. Der gängigen Definition zufolge gilt schon als Schwerverletzter, wer zum Beispiel nach einem Zugunglück mindestens 24 Stunden zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus muss. Wer ambulant behandelt werden kann, zählt zu den Leichtverletzten. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine grobe Einschätzung ohne ärztliche Diagnose.

Die Zahlen können schwanken wie im Fall des Zugunglücks von Meerbusch, weil viele Betroffene erst später einen Arzt aufsuchen. „Die Medizin ist ein bisschen grau und eine Verletzung wie eine Verrenkung tritt in einigen Fällen auch erst später auf”, sagte Marc Zellerhoff, der ärztliche Leiter Rettungsdienst im Rhein-Kreis.

Notfallmediziner verwenden unter anderem das sogenannte NACA-Schema, um das Ausmaß von Verletzungen in mehrere Kategorien zu unterteilen: Prellungen zum Beispiel gehören danach zu den geringfügigen, offene Wunden oder einfache Brüche zu den mäßigschweren und ein mehrfacher Rippenbruch zu den schweren Verletzungen.

Namensgeber der Skala ist das National Advisory Committee for Aeronautics, Vorgänger der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Entwickelt wurde sie in den 1960er Jahren mit Blick auf Unfälle in der Luftfahrt.

(dpa)