Weitere Festnahmen: Im Mordfall Lübcke führt eine Spur nach NRW

Weitere Festnahmen : Im Mordfall Lübcke führt eine Spur nach NRW

Im Mordfall Lübcke führt eine Spur der Ermittlungen nach NRW. Nach dem Geständnis des mutmaßlichen Mörders des Kasseler Regierungspräsidenten ließ die Bundesanwaltschaft einen 64-jährigen wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord festnehmen.

Wie der Generalbundesanwalt am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte, soll der 64-jährige Deutsche Elmar J. aus dem Kreis Höxter dem vorbestraften rechtsextremen Hauptverdächtigen Stephan E. 2016 die spätere Tatwaffe verkauft haben. Den Kontakt zwischen den beiden soll der aus Kassel stammende Markus H. (43) hergestellt haben.

Die Ermittler entdeckten die mutmaßliche Tatwaffe in einem Versteck in Nordhessen. Nach dpa-Informationen wurde sie zusammen mit anderen Schusswaffen in einem Erdloch auf dem Firmengelände von Stephan E.s bisherigem Arbeitgeber gefunden, einem Technikhersteller. Das Versteck befand sich an einer uneinsehbaren Stelle nahe einem Zaun.

Elmar J. und Markus H. wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen, entsprechende Haftbefehle wollte die Bundesanwaltschaft noch am Donnerstag beim Bundesgerichtshof beantragen. „Wir gehen davon aus, dass die beiden Beschuldigten von der rechtsextremistischen Gesinnung des Stephan E. Bescheid wussten“, sagte der Sprecher des Generalbundesanwalts.

Sie hätten es auch für möglich gehalten und billigend in Kauf genommen, dass Stephan E. die Waffe für ein politisch motiviertes Verbrechen einsetzen werde.

Bislang gebe es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass die beiden von den konkreten Anschlagsplänen Kenntnis gehabt hätten oder darin eingebunden gewesen seien. Außerdem geht der Generalbundesanwalt derzeit nicht davon aus, dass sie eine rechtsterroristischen Vereinigung gebildet hätten.

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhaus in Nordhessen mit einem Kopfschuss getötet worden. Der langjährige hessische CDU-Landtagsabgeordnete leitete als politischer Spitzenbeamter das Regierungspräsidium.

Er hatte Morddrohungen erhalten, nachdem er 2015 auf einer Informationsveranstaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen sich gegen Schmährufe gewehrt und gesagt hatte, wer die Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne Deutschland verlassen.

Nach Angaben von „Radio Hochstift“ gab es im Landkreis Höxter einen SEK-Einsatz in Borgentreich-Natzungen, wo sich die Wohnung des mutmaßlichen Waffenverkäufers befinde, wie die Behörden bestätigt hätten.

(dpa)
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