Legendäre Sportwagen im Museum: Im Kunstpalast riecht es nach Autopolitur

Legendäre Sportwagen im Museum : Im Kunstpalast riecht es nach Autopolitur

Düsseldorf präsentiert legendäre Sportwagen aus den 50er bis 70er Jahren. Selbst Motorengeräusche sind zu hören.

Die junge Sophia Loren lenkt einen hübschen italienischen Flitzer, Schauspieler Alain Delon ein edles Cabrio: Es gab eine Zeit, da zeigten sich große Stars aus aller Welt in schnellen Sportwagen. Die schnittigen Autos von Jaguar, Porsche, Maserati oder Mercedes sind heute Stilikonen. Der Kunstpalast in Düsseldorf stellt jetzt Sportwagen aus den 1950er bis 1970er Jahren in den Mittelpunkt einer Design-Ausstellung. Augenzwinkernd heißt die Schau mit den auf Hochglanz polierten Exponaten: „PS: Ich liebe Dich“.

Rund 30 historische Sportwagen zeigt das Kunstmuseum: von einem legendären Mercedes mit Flügeltüren von 1955 bis zum extrem rund geformten Aston Martin Zagato – Exemplare, die stilbildend für das Automobildesign waren. Parallel werden die Designer und Details der Wagen vorgestellt. „Diese Ausstellung betont die gestalterische Qualität der Autos, dem wichtigsten Designobjekt des 20. Jahrhunderts“, sagt Felix Krämer, der Generaldirektor des Museums am Düsseldorfer Ehrenhof.

Kuratorin Barbara Til ordnet ein: „Einen Sportwagen benutzt man nicht, um morgens Brötchen zu holen.“ Die Edelflitzer seien keine Gebrauchsgegenstände. Der praktische Nutzen ist auch eher gering, das Fahren anstrengend, und mitunter ist der Motor so laut, dass ein Ohrenschutz angebracht wäre.

Aber Superreiche und Stars setzten sich gerne hinter die aus heutiger Sicht überraschend zarten Lenkräder der schnellen Wagen. In Manufakturen wurden nur geringe Stückzahlen gefertigt.

„PS: Ich liebe Dich“: Im Düsseldorfer Museum Kunstpalast sind etwa 30 Sportwagen der 1950er bis 1970er Jahre zu sehen – darunter ein Mercedes-Benz 300 SL Coupé mit seinen auffälligen Flügeltüren. Foto: dpa/Christophe Gateau

Ein Beispiel ist ein dunkelgrüner Aston Martin DB4 Zagato: Der junge Designer Ercole Spada schuf 1960 dieses Auto, das von manchen wegen seiner Form vergöttert wird. „Er steht für provozierendes Design“, sagt Kuratorin Til.

Das gerundete Heck gab dem Wagen eine neue, betont weiche Form. Insider sprechen auch mal vom „Hüftschwung“, wenn sie eine Rundung zum Heck meinen. Ein Alfa Romeo Giulietta wurde mit der Kombination aus langer Haube mit heruntergezogener Front und einem weit auslaufenden Heck zum Vorbild für andere Sportwagen, etwa den Jaguar E-Type, der auch gezeigt wird.

Perfekt ausgeleuchtet stehen die Sportwagen in der Ausstellung auf dem Podest. Viele haben geradezu absurd lange Motorhauben. Chrom und Lacke blitzen, das Innere der Oldtimer sieht aus wie neu. Im Museum riecht es nach Autopolitur. Historische Filme zeigen die Wagen in Aktion. Den Sound der Motoren können Besucher im Audioguide hören.

Für einen Sportwagen-Typ der späteren Jahre steht der Lamborghini Countach. „Der Wagen polarisiert unglaublich“, kommentiert Ausstellungsmacherin Til neben dem schwarz lackierten Exemplar im Museum. Das nur etwas mehr als einen Meter hohe Gefährt hat keine Rundungen, wirkt kantig, aggressiv und machohaft. Das weiche Design finde man heute kaum noch, sagt Til.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Schnellsten und die Schönsten im Kunstpalast Düsseldorf