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Wiederaufbauhilfe: IHK und HWK unterstützen bei Anträgen

Wiederaufbauhilfe : IHK und HWK unterstützen bei Anträgen

Laut Landesregierung sollen Flutopfer ab Freitag Anträge zum Wiederaufbau stellen. Für bis zu 80 Prozent der Schäden soll es eine Förderung geben – in Einzelfällen sogar mehr.

Ab Freitag, 17. September 2021, können Anträge für Aufbauhilfen für Privathaushalte und Unternehmen gestellt werden. Der Link zu den Onlineanträgen soll bald freigeschaltet werden.

Betroffene der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen können für Schäden an ihrem Hausrat eine Pauschale von mindestens 13.000 Euro pro Haushalt beantragen. Allerdings sei diese Aufbauhilfe nachrangig, erklärte Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Montag in Düsseldorf. „Versicherungsleistungen, Spenden und Soforthilfen für denselben Zweck werden abgezogen.“

Die Pauschale richte sich nach der Anzahl der in dem betroffenen Haushalt gemeldeten Personen. Für einen Ein-Personen-Haushalt seien 13.000 Euro vorgesehen. Mehrpersonenhaushalte erhielten eine höhere Pauschale. So seien für den Ehegatten oder Lebenspartner Hilfen von zusätzlich 8.500 Euro geplant, für jede weitere in dem Haushalt zum Hochwasserzeitpunkt gemeldete Person gebe es zusätzlich 3.500 Euro.

Von der Hochwasserkatastrophe betroffene Privatpersonen könnten die Aufbauhilfen zunächst schon einmal beantragen und danach im Nachhinein die erforderlichen Unterlagen zusammenstellen. Dazu zählten auch Schreiben der Versicherungen über Leistungen oder die Ablehnung von Leistungen durch Versicherungen.

Etwa jeder zweite Haushalt in NRW besitze keine Elementarschadenversicherung für Haus oder Wohnung, die etwa Schäden durch Hochwasser abdeckten, sagte Scharrenbach. In diesen Fällen sei die Begutachtung durch einen Sachverständigen zwingend. Dafür seien Anschriften von bundesweit 4700 Sachverständigen hinterlegt.

Die IHK Aachen bietet den 2500 Betrieben in der Region Aachen, Düren, Heinsberg und Euskrichen Hilfe beim beim Antragsverfahren. Die Industrie- und Handeslkammer übernimmt die Vorprüfung der Anträge, bevor die landeseigene Förderbank NRW.Bank über die Bewilligung entscheidet und die Förderung aus dem Aufbaufonds 2021 auszahlt.

Insgesamt stehen für die Schäden in NRW rund 12,3 Milliarden Euro bereit. Von Selbstständigen, Unternehmen und Angehörigen freier Berufe können damit 80 Prozent der Schäden reguliert werden, die an Gebäuden, Ausrüstung und Maschinen oder Lagerbeständen entstanden sind. Gleiches gilt für Reparaturkosten und Einkommenseinbußen für bis zu sechsmonatige Betriebsunterbrechungen, die im direkten Zusammenhang mit dem Unwetter vom Juli stehen. Anträge für die Aufbauhilfe können bis Ende Juni 2023 gestellt werden.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der IHK Aachen. Zudem verweist die IHK Aachen auf das Hochwasserkompetenzzentrum der nordrhein-westfälischen IHKs für weitere Beratung und Unterstützung, erreichbar per E-Mail oder unter 0241/44600.

Auch die Handwerkskammer (HWK) Aachen unterstützt die Betriebe im Kammerbezirk. So nimmt die HWK eine Vorprüfung der Anträge vor, damit diese schnellstmöglich von der NRW.Bank bearbeitet werden können, heißt es in einer Mittelung der HWK. Unter 0241/471-129 erhalten Unternehmen telefonische Beratung und die Möglichkeit zur Antragsprüfung einen Termin zu vereinbaren. Die HWK prüft dann Gutachten und Antrag und gibt ein Votum ab, das das Verfahren bei der NRW. Bank beschleunigt. Erst dann können die vollständigen Unterlagen an die NRW. Bank geschickt werden. Alle weiteren Informationen sowie das nötige Formular für ein Schadens-Gutachten und das Antragsformular gibt es auf der Webseite der NRW.Bank.

(dpa/red)