Stuttgart/Düsseldorf: IG Metall in NRW gibt sich kampfbereit: Schnelle Lösung gefordert

Stuttgart/Düsseldorf : IG Metall in NRW gibt sich kampfbereit: Schnelle Lösung gefordert

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie setzt die IG Metall zunächst weiter auf Verhandlungen. Sie droht aber zugleich mit 24-Stunden-Warnstreiks, die seit einer Satzungsänderung von Ende 2015 ohne Urabstimmung möglich sind.

Der Vorstand der Gewerkschaft verlangt ein Ergebnis bis Samstagmittag. Dafür sollen die Verhandlungen im Pilotbezirk Baden-Württemberg am Freitagabend in der dann fünften Runde in Stuttgart fortgesetzt werden.

Der Verhandlungsführer der IG Metall in NRW, Knut Giesler, forderte eine „deutliche Bewegung” der Arbeitgeber. „Bis morgen Mittag muss eine Lösung für das Gesamtpaket unserer Forderungen vorliegen”, sagte Giesler am Freitag in Düsseldorf. Die Beschäftigten hätten jedoch auch deutlich gemacht, dass sie bereit seien, für ihre Forderungen zu kämpfen, so Giesler. In NRW sollen die regional geführten Verhandlungen in der kommenden Woche in die vierte Runde gehen.

Bei einem Scheitern der Gespräche könne der Vorstand die Tagesstreiks jederzeit in Gang setzen, sagte der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft Jörg Hofmann. Das schließe auch die Einleitung von Flächenstreiks mit Urabstimmungen ein.

Im Zentrum des Konflikts steht die Gewerkschaftsforderung, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Einige Gruppen wie Schichtarbeiter oder Eltern junger Kinder sollen dabei einen Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber bislang strikt abgelehnt haben. Sie fordern zudem, das jetzige Arbeitsvolumen mindestens zu erhalten.

Über eine Erhöhung der Entgelte für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten wurde noch gar nicht verhandelt. Die IG Metall verlangt eine Lohnerhöhung um sechs Prozent. Die Arbeitgeber bieten bisher zwei Prozent.

(dpa)
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