Bonn: Hunderte Menschen demonstrieren in Bonn gegen Antisemitismus

Bonn : Hunderte Menschen demonstrieren in Bonn gegen Antisemitismus

Rund 600 Menschen haben in Bonn gegen Antisemitismus demonstriert. Mit dem „Tag der Kippa” reagierte die Stadt am Donnerstag auf eine antisemitische Attacke auf einen israelischen Professor und das anschließende Verhalten der Polizei. Diese hielt den Wissenschaftler irrtümlich für den Angreifer und schlug auf ihn ein, als sie ihn überwältigen wollte.

Viele Teilnehmer der Kundgebung trugen eine Kippa, einige hielten Transparente mit Aufschriften wie „Gegen jeden Antisemitismus” und „Jüdisches Leben in Deutschland willkommen”.

Mehrere hundert Menschen haben gegen Antisemitismus demonstriert. Foto: Federico Gambarini/dpa

Oberbürgermeister Ashok Sridharan zeigte sich „beschämt” über das Geschehen in der vergangenen Woche. Das Vorgehen der Polizei müsse „vorbehaltlos und lückenlos” aufgeklärt werden, forderte der CDU-Politiker bei der Kundgebung auf dem Markt vor dem Alten Rathaus. Gleichzeitig zeigte er sich „berührt” davon, dass so viele Menschen seinem Aufruf gefolgt seien. Bonn stehe für Toleranz, sagte Sridharan.

Der „Tag der Kippa” war ursprünglich für November geplant gewesen, wurde nach der Attacke auf den israelischen Hochschullehrer aber vorgezogen. Der mutmaßliche Täter ist mittlerweile in Haft.

Die alarmierten Polizisten hatten den Philosophie-Professor Jitzchak Jochanan Melamed aus den USA irrtümlich für den Täter gehalten und überwältigten ihn. Einer der Beamten schlug ihm dabei ins Gesicht. Gegen die vier beteiligten Polizisten laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung und der versuchten Strafvereitelung im Amt.

(dpa)
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