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„Düsseldorf stellt sich quer“: Hunderte gehen in Düsseldorf gegen „Querdenken“-Demo auf die Straße

„Düsseldorf stellt sich quer“ : Hunderte gehen in Düsseldorf gegen „Querdenken“-Demo auf die Straße

Anhänger der „Querdenken“-Initiative haben sich am Sonntag im Düsseldorfer Rheinpark versammelt, um gegen die Corona-Beschränkungen zu demonstrieren.

In ihrem Aufruf im Vorfeld war von einer „Masken-Lüge“ die Rede. Die Veranstalter hatten 1000 Teilnehmer angemeldet. Ein dpa-Reporter schätzte die Zahl auf etwa 800. Die Polizei sprach am Sonntagabend von einigen Hundert Teilnehmern.

Zugleich gingen an verschiedenen Orten in der Innenstadt geschätzt ähnlich viele Gegendemonstranten des Bündnisses „Düsseldorf stellt sich quer“ (DSSQ) auf die Straße. Zu Teilnehmerzahlen machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Beamten waren im gesamten Innenstadtgebiet vor Ort. Die Versammlungen seien weitgehend friedlich verlaufen, teilte die Polizei am Abend mit. Sie verzeichnete drei Ingewahrsamnahmen sowie vier Strafanzeigen.

Unter den Gegendemonstranten waren auch Vertreter von Kirchen, Gewerkschaften, Krankenhaus- und Pflegepersonal, Kulturschaffende vom Bündnis „Düsseldorfer Appell“, das sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wendet.

Die Initiative „Querdenken 0711“ hatte ursprünglich 20.000 Teilnehmer ihrer Demonstration genannt, dann die Zahl aber selbst auf nur 1000 korrigiert. Für den Aufruf hatten die Veranstalter zunächst mit dem Konterfei von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geworben, das Foto aber nach Intervention der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei gelöscht.

Besuch auf einer Querdenker-Demo in Aachen

In den vergangenen Tagen war eine Diskussion entbrannt, ob die „Querdenken“-Bewegung vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollte. Zuvor waren Hinweise auf eine Radikalisierung und Unterwanderung durch Extremisten aufgetaucht. Anhänger der Initiative und Ableger der Bewegung sind in den vergangenen Monaten in zahlreichen deutschen Städten gegen Beschränkungen in der Coronavirus-Krise auf die Straße gegangen.

(dpa)