Düsseldorf: Hunderte Beschäftigte demonstrieren an Düsseldorfer Uni-Klink

Düsseldorf : Hunderte Beschäftigte demonstrieren an Düsseldorfer Uni-Klink

Proteste der Alten- und Krankenpfleger, Streiks an den Uni-Kliniken Düsseldorf und Essen: Die Gesundheitsminister der Länder treffen bei ihrer Konferenz in Düsseldorf ab Mittwoch auf die akuten Probleme in Kliniken und im Gesundheitswesen.

In Düsseldorf war der Betrieb an den Uni-Kliniken am Dienstag massiv eingeschränkt. Mehrere Hundert Mitarbeiter erschienen nicht zur Arbeit. Nach Angaben der Klinik waren nur neun von 30 Operations-Sälen in Betrieb. Nur medizinisch dringende Eingriffe konnten durchgeführt werden, eine Vielzahl von Operationen musste verschoben werden. Die Arbeitsniederlegung soll am Mittwoch weitergehen. Dann ist eine Demonstration geplant, zu der Verdi 2000 Teilnehmer erwartet.

Zusammen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollen die Länderminister bis Donnerstag über eine bessere Patientenorientierung, Organspenden und die Pflegeberufsreform sprechen. Die Themen der Gesundheitsminister:

Personalnotstand: Der Bund will 13.000 zusätzliche Stellen in stationären Pflegeeinrichtungen schaffen und außerdem das Pflegestellenprogramm in Krankenhäusern ausweiten. Dies seien „sicherlich Schritte in die richtige Richtung“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag. „Doch diese reichen bei Weitem nicht aus.“ Nordrhein-Westfalen hat in diesem Jahr den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz. Eine der größten Herausforderungen des Gesundheitssystems sei es, den steigenden Bedarf an Pflegekräften in Krankenhäusern und Heimen zu decken, sagte Laumann. Dazu müsse es aber mehr Auszubildende, faire Löhne und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf geben. „Es braucht eine Pflege, die mit den anderen Berufen des Gesundheitswesens auf Augenhöhe ist.“

Organspenden: Angesichts der dramatisch sinkenden Zahl der Organspender hat Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) einen Vorstoß auf der Konferenz angekündigt. Ähnlich wie in den USA sollten die Menschen beim Beantragen eines Personalausweises, Reisepasses oder Führerscheins angeben müssen, ob sie im Fall ihres Todes Organspender sein wollen oder nicht. Wer bereit zur Organspende ist, dessen Dokument würde entsprechend gekennzeichnet.

Rund 10.000 Menschen stehen in Deutschland auf den Wartelisten für ein Spenderorgan wie Niere, Leber, Lunge oder Herz. 2017 fiel die Zahl der Organspender mit 797 nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) auf einen Tiefpunkt. Weil im Todesfall oft mehrere Organe gespendet werden, erhielten 2700 Menschen ein fremdes Organ.

Rauchen im Auto: Die Forderungen nach einem Rauchverbot in Autos, wenn Kinder mitfahren, werden bundesweit lauter. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert die Minister auf, sich für ein gesetzliches Rauchverbot in Fahrzeugen im Beisein von Minderjährigen einzusetzen.

Appelle allein reichten nicht aus. Kinder und Jugendliche müssten auch in Fahrzeugen vor den massiven Gefahren des Passivrauchens geschützt werden. In Ländern wie Frankreich, Finnland, Großbritannien, Italien und Österreich gebe es bereits gesetzliche Regelungen. Laut Deutschem Krebsforschungszentrum sind rund eine Million Kinder in Deutschland Tabakrauch im Auto ausgesetzt.

Ärzte-Budgets: Schleswig-Holstein will auch einen Antrag zur Abschaffung der Ärzte-Budgets einbringen. Um den Beruf attraktiver zu machen, sollten Honorare künftig nicht mehr gedeckelt werden. Beginnen soll die Budget-Abschaffung demnach bei der haus- und fachärztlichen Grundversorgung. Der Spitzenverband der Fachärzte unterstützt den Vorstoß. „Die Budgetierung hemmt nach wie vor die Versorgung“, sagte Verbandschef Dirk Heinrich. Sie sei auch der Grund dafür, dass Facharztpraxen nicht ausreichend nachbesetzt würden.

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