Hückelhoven: Die Magie des Lichts auf der Millicher Halde

Haldenzauber : Magie des Lichts auf der Millicher Halde

40.000 Besucher werden zum „Haldenzauber“ in Hückelhoven erwartet. Dafür betreiben die Veranstalter auch einen riesigen Aufwand. 250 Kilometer Licherketten mit 250.000 Lichtpunkten werden aktuell verlegt. Der Lichterpark ist sechs Wochen lang geöffnet.

Es soll ein Erlebnis werden, das es so noch nie gegeben hat: Beim „Haldenzauber“ auf der Millicher Halde in Hückelhoven sollen Lichtinstallationen, interaktive Elemente und musiksynchrone Inszenierungen die Besucher auf eine ruhige und besinnliche Weise zum Staunen bringen. Der Lichterpark strahlt von Montag, 26. November, bis Sonntag, 6. Januar 2019. Die Veranstalter sprechen von einer „Weltneuheit“.

Das Stadtmarketing Hückelhoven und die Firma MK Illumination aus Innsbruck stellen die sechswöchige Veranstaltung gemeinsam auf die Beine. Sie rechnen mit 40.000 Besuchern. Dass diese Erwartungen durchaus erfüllt werden könnten, zeigt ein Blick auf den Vorverkauf. 10.000 Tickets seinen bereits verkauft worden, sagt Carsten Forg, Geschäftsführer des Stadtmarketings.

Eine Veranstaltung dieser Dimension auf der Abraumhalde von Sophia-Jacoba ist dabei eine große Herausforderung. Erst einmal musste ein 750 Meter langes Kabel verlegt werden, um überhaupt ausreichend Strom auf die Halde zu bekommen. Das Geländer der 400 Stufen langen Treppe zum Gipfel des Berges kann mit Lichterketten hell erleuchtet werden. Und die Wege zwischen den einzelnen Stationen – zusammen genommen etwa ein Kilometer lang – werden ebenfalls effektvoll ins Licht gesetzt. „Wir installieren hier 250 Kilometer Lichterketten mit 250.000 Lichtpunkten“, sagt Karl-Heinz König von MK Illumination.

So etwas wie das Herzstück des „Haldenzaubers“ könnte der „Tango von warm und kalt“ werden: Auf einer großen Wiese werden aktuell rund 60 Objekte – zumeist Kugeln – aufgebaut. Sie werden eingerahmt von zwei Lichtvorhängen. Diese Vorhänge sind jeweils 420 Quadratmeter groß und haben 24.000 Lichtpunkte. Dort soll es stündlich musiksynchrone Lichtshows geben. „Dafür war eigens ein Vermesser auf der Halde. Unsere Lichttechniker haben die Standorte der Objekte genau mit Koordinaten vorgegeben“, sagt König. Die Show soll bis ins Detail beeindrucken. 

Trotz allem solle die Veranstaltung „still“ sein. Es gibt Musik zu den Lichtshows, Imbiss- und Getränkestände – aber keine Dauerberieselung mit Weihnachtsmusik. Man will sich vom klassischen Weihnachtsmarkt abheben. „Der Effekt, nachts durch den Wald zu gehen, soll auf die Leute wirken“, sagt Forg. Dort strahlen dann überlebensgroße Hirsche, Rehe, Eichhörnchen und Schwäne. Insgesamt stehen zwischen den Bäumen zwölf bis zu fünf Meter hohe Figuren. Interaktiv gestaltet sind 24 aus Lichtkugeln bestehende, 2,70 Meter hohe „Bäume“, die die Besucher selbst steuern können.

Etwas weiter sollen 40.000 blaue Lichtpunkte einen „Wald der blauen Blumen“ erzeugen. Den Veranstaltern war wichtig, einen lokalen Bezug zu Hückelhoven zu schaffen. Das gelingt einerseits allein durch die Halde. Sie schafft eine Verbindung zur in Hückelhoven ausgeprägten Bergbautradition. Auf der anderen Seite ist ein Teil der Lichtkunst an den originalen Wald der blauen Blumen im Hückelhovener Ortsteil Doveren angelehnt. Dort blüht im Frühjahr ein großer Bestand des Atlantischen Hasenglöckchens.

Für die Firma MK Illumination, die nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Weihnachtsbeleuchtungen ist, sei das Projekt in Hückelhoven auch ein großer leuchtender Versuchsballon. „Wir gehen davon aus, dass wir damit in ganz Deutschland wachsen können“, sagt König. In der Zeit vor der sparsamen LED-Technik wäre ein solcher Lichterpark kaum zu realisieren gewesen: König rechnet mit Stromkosten von 2500 Euro für die gesamten sechs Wochen. In der Ära von Glühbirne und Halogenleuchte hätten diese Kosten bei rund 70.000 Euro gelegen, sagt er.

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