Hochwasser durch die Rur in Heinsberg, Düren und Jülich

Dauerregen sorgt für Hochwasser in NRW : Überschwemmungen in der Region halten Feuerwehren in Atem

In den vergangenen Tagen hatte der Dauerregen in NRW vereinzelt zu Überschwemmungen geführt, Keller volllaufen lassen und Straßen geflutet. Laut dem deutschen Wetterdienst hat der März bereits die Regenmengen erreicht, die sonst im ganzen Monat üblich sind.

Die Feuerwehren im Kreis Heinsberg waren in den vergangen Tagen im Dauereinsatz. Entlang des Rurufers bildeten sich zwischen Wassenberg und Heinsberg an vielen Stellen regelrechte Seenlandschaften. Straßen und Wege, Wiesen und Felder verschwanden in den Fluten. Noch in der Nacht zum Sonntag hatten die Einsatzkräfte Wasser abgepumpt, um die Häuser des Ortes zu schützen. Laut Feuerwehr sei „die Alarmstufe 2 am Samstag bereits überschritten“ gewesen.

Im Kreis Düren ist aus der zahmen Rur ein reißender Fluss geworden. Weil der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) die Abgabemenge aus den Talsperren an die Rur erhöhen musste trat innerhalb von 24 Stunden der Fluss an vielen Stellen über die Ufer. Am Unterlauf in Jülich und Linnich aber waren die Folgen heftiger.

Auch die Feuerwehren in Eschweiler hatten dutzende Einsätze wegen Wassereinbrüchen und Überflutungen. Bäche, Gräben und Kanäle haben den extremen Wassermassen nicht standhalten können.

Bei Geilenkirchen ist die Wurm über die Ufer getreten und hat die Felder in eine Seenlandschaft verwandelt. Trotzdem sprechen die Feuerwehren von einem ruhigen Wochenende. Allerdings haben sie stets die Wurm im Blick.

In Alsdorf blieb die Bundesstraße 57 länger gesperrt, weil in einem Tierpark mehrere Fischteiche übergelaufen waren. Das Wasser lief durch ein Gefälle ab und sammelte sich in einer Unterführung. Einsatzkräfte pumpen die Wassermassen ab.

Dauerregen sorgt für Überschwemmungen in der Region

Auch an anderen, größeren Flüssen kletterten die Pegelstände nach Behördenangaben an, etwa am Rhein. Vielfach lagen die Messwerte den Daten zufolge deutlich über dem Mittelwert. In der Tendenz sollten die Stände aber bis Montag wieder fallen.

Die Innenstadt der Kleinstadt Altena wurde überflutet, nachdem der Fluss Lenne nach Dauerregen über die Ufer getreten war. Selbst mit Gummistiefeln war es da schwierig, die Socken trockenzuhalten.

In Solingen ließ die Feuerwehr am Samstag wegen drohender Überschwemmung einen Parkplatz nahe der Wupper räumen. Später wurde das Areal wieder freigegeben.

Feldwege zwischen den Ortschaften Wassenberg und Heinsberg in Nordrhein-Westfalen enden wegen Dauerregens im Wasser - die Überschwemmung kommt aus der nahen Rur. Foto: Uwe Heldens

Der Deutsche Wetterdienst kündigte bis einschließlich Montag noch teils heftige Schauer an, in höheren Lagen auch Schnee. Dann würden die Niederschläge aber abklingen. Ab Dienstag und bis zum Wochenende werde es im ganzen Land trockener, sagte Meteorologin Maria Hafenrichter auf Anfrage. Ab Mittwoch könne sich dann auch mal die Sonne zeigen. Donnerstag und Freitag seien 18 Grad möglich.

Nach zweieinhalb Wochen hat der März den Wetterinformationen zufolge bereits die Regenmengen erreicht, die sonst im ganzen Monat üblich sind. In der vergangenen Woche fielen demnach in Bergischen Land 90 Liter pro Quadratmeter. In Düsseldorf waren es rund 50 Liter, in Münster rund 60 Liter. Insgesamt seien die Mengen aber für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich hoch, hieß es weiter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Straßen und Wege, Wiesen und Felder verschwinden in den Fluten

(red/dpa)
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