Essen: Hochsommer gibt auch diese Woche Vollgas mit Hitze und Tropennächten

Essen : Hochsommer gibt auch diese Woche Vollgas mit Hitze und Tropennächten

Eine erneute Hitzewelle erreicht zu Beginn der Woche Nordrhein-Westfalen. Am Montag könne es morgens zunächst gering bewölkt sein, wie der Deutsche Wetterdienst in Essen mitteilte. Am Nachmittag werde es dann heiter und sehr warm mit einer Höchsttemperatur in Aachen zwischen 26 und 30 Grad.

Im Bergland gebe es eine geringe Schauerwahrscheinlichkeit, in der Nordeifel bleibt es jedoch trocken mit bis zu 28 Grad.

Der Hochsommer nimmt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) von Dienstag an richtig Fahrt auf mit Temperaturen von 30 Grad und mehr, die Temperaturen steigen dann auf bis zu 34 Grad bei Sonnenschein. Dazu kommt ein schwacher Wind aus meist südöstlichen Richtungen. Ab Mittwoch könnte es örtlich sogar noch wärmer werden, mit Temperaturen von 29 bis 36 Grad kommt es zu tropischen Höchstwerten.

Da sich insbesondere in den Städten die Hitze mehr staut, hält dort die Erwärmung auch nachts öfter an. Während in „frischeren” Regionen die nächtlichen Tiefstwerte bei 12 bis 14 Grad liegen können, sind vor allem in den Innenstädten und dicht bebauten Stadtteilen „Tropennächte” mit Temperaturen von mindestens 20 Grad möglich.

Das trockene und heiße Wetter sorgt aber nicht nur für Begeisterung - der Deutsche Wetterdienst warnt in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen vor mittlerer bis hoher Waldbrandgefahr. Das gilt auch für die Nordeifel und das Hohe Venn, sowie die vielen Felder in der Region. Bereits ein kleine Funke kann reichen, um die Vegetation in Brand zu setzen.

Kritisch ist die Lage demnach bei den Niederschlägen - bundesweit fiel erst 44 Prozent des monatlichen Regen-Solls. Dabei gab es aber große regionale Unterschiede. Auf Helgoland etwa fielen in diesem Monat bisher lediglich 0,2 Liter Wasser pro Quadratmeter, in Sankt Peter-Ording (Schleswig-Holstein) waren es 0,3 Liter. „Zu erwarten wären 60 bis 70 Liter”, betonte Lux. Nach einem gewittrigen Starkregen musste Angermünde in Brandenburg dagegen das Zweieinhalbfache des Sollwerts bewältigen: Hier kamen bislang 135 Liter Regen pro Quadratmeter zu Boden.

Rekordsommer in Deutschland

Nachdem bereits April, Mai und Juni überdurchschnittlich warm waren, zeichnen sich auch für den Juli Temperaturen ab, die über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Bisher liegen die durchschnittlichen Temperaturwerte etwa zwei Prozent über dem Sollwert, sagte Gerhard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), am Montag.

Am heißesten war es bislang in Bernburg an der Saale (Sachsen-Anhalt), wo am 4. Juli eine Temperatur von 34 Grad gemessen wurde. „Das wird aber sicher noch getoppt”, sagte Lux mit Blick auf die in den kommenden Tagen angekündigte Hitzewelle. Bemerkenswert dabei: Anfang Juli gab es zum Beispiel im Berliner Raum noch vereinzelten Bodenfrost.

Bernburg an der Saale ist auch der Ort, der in diesem Jahr schon die meisten Sommertage hatte, nämlich 54. Als Sommertag bezeichnen die Meteorologen Tage mit 25 Grad und mehr. Von 30 Grad an ist von einem Hitzetag die Rede. Hier hält in diesem Jahr derzeit Kitzingen (Bayern) mit bislang 15 Hitzetagen den Deutschland-Rekord.

Ob der Turbosommer 2018 den bisherigen Rekordsommer 2003 übertrumpft, bleibt abzuwarten. „Bisher funktionierte die nächtliche Abkühlung”, sagte Lux im Vergleich zu den zahlreichen Tropennächten im Sommer 2003, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sank. Allerdings habe damals die Hitze vor allem im Juli und August zugeschlagen, während es in diesem Jahr deutlich früher hochsommerliche Temperaturen gegeben habe.

Das Sonnenschein-Soll für Juli ist jedenfalls schon fast überall erreicht, obwohl bis zum Monatsende noch fast ein Drittel des Juli aussteht. „Fast überall gab es mehr als 200 Sonnenstunden”, sagte der DWD-Sprecher.

(dpa)
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