Enger kooperieren: Hochschulen in der Region sehen Zusammenarbeit als Chance

Enger kooperieren : Hochschulen in der Region sehen Zusammenarbeit als Chance

Es gibt wohl keine Stadt, die Europa mehr symbolisiert als Aachen. Wie passend also, dass in der Europastadt schlechthin Politik, Wissenschaft und Bürger über die grenzüberschreitende Hochschulzusammenarbeit diskutiert haben.

Zentrale These der Teilnehmer ist, dass es vor allem um eine engere und bessere Kooperation gehen soll. Neugründungen von Hochschulen stehen die Diskutierenden kritisch gegenüber.

Die Wissenschaft wurde am Montagabend im Aachener Centre Charlemagne vertreten durch die Rektoren der Uni Maastricht, Martin Paul, der RWTH Aachen, Ulrich Rüdiger, und der FH Aachen, Marcus Baumann. Die Politik- und Behördenseite wurde vertreten von der Kölner Regierungspräsidentin, Gisela Walsken (SPD), der Co-Geschäftsführerin der Metropolregion Rheinland, Ulla Thönnissen (CDU) und der Geschäftsführerin des Zweckverbands Aachen, Christiane Vaehsen, über die Möglichkeiten der engeren universitären Zusammenarbeit. Eingeladen hatte laut Mitteilung der Aachener Landtagsabgeordnete Werner Pfeil (FDP) zu dem überparteilichen Austausch.

Paul glaubt, dass die bestehende Zusammenarbeit auf der Hochschulebene noch vertieft werden könnte und müsste. Als ein Leuchtturm-Projekt nannte der Maastrichter Hochschulrektor das Einsteinteleskops. Die niederländische Provinz Limburg stellt derzeit die Weichen, um eines der begehrtesten wissenschaftlichen Projekte ins Dreiländereck zu holen. Die Entscheidung darüber wird auf europäischer Ebene wohl erst im Jahr 2021 fallen. Das Einstein-Teleskop ist ein Konzept für einen zukünftigen Gravitationswellendetektor. Für Paul könnte davon auch die strukturelle Weiterentwicklung der Zusammenarbeit der Hochschulen profitieren.

Rüdiger, der seit Herbst Rektor der RWTH ist, leitete zuvor die Uni Konstanz. Die Stadt am Bodensee liegt unfern der Schweiz und Österreich. Die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Hochschultätigkeit seien ihm bestens bekannt, sagte Rüdiger.

FH-Rektor Baumann glaubt, dass die derzeitige Situation auch gar nicht so schlecht sei und verwies auf die schon bestehende gut funktionierende Kooperationen mit Belgien. Er würde sich allerdings eine  engere Verbindung mit der Deutschsprachigen Gemeinschaft wünschen, insbesondere indem die FH sich für einem Standort in Eupen einsetze.

Vieles ist gut, aber es geht immer besser – so könnte wohl das Fazit lauten. Und so hoben die Rektoren hervor, dass die Vernetzung bestehender Universitäten das anzustrebende Ziel sein müsse.

(red)
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