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NRW-Städtetag fordert Erleichterungen: Hitzefrei bei Maskenpflicht an Schulen soll großzügiger geregelt werden

NRW-Städtetag fordert Erleichterungen : Hitzefrei bei Maskenpflicht an Schulen soll großzügiger geregelt werden

NRW startet in den nächsten Tagen bei Bruthitze ins neue Schuljahr - mit Maskenpflicht. Viele sind bereit, das zum Schutz vor Corona zähneknirschend zu akzeptieren. Dafür seien aber Erleichterungen bei den strengen Hitzefrei-Vorgaben fällig, finden Städtetag und Schüler.

Das nordrhein-westfälische Schulministerium lockert wegen des heißen Sommerwetters die Hitzefrei-Regelung an Schulen. „Die derzeitigen Hitzefrei-Regelungen werden angesichts der hohen Außentemperaturen und der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II vorerst ausgeweitet“, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Rheinischen Post“ (Dienstag).

Dem „Stadt-Anzeiger“ zufolge gilt die neue Regelung ab Schulstart am Mittwoch. Dann könne auch für Oberstufenschüler der Unterricht von der Schulleitung abgesagt werden, wenn die Temperaturen in den Räumen auf mehr als 27 Grad steigen.

Zuvor hatten etwa der Städtetag NRW und die Landesschülervertretung eine Lockerung gefordert. „Wir schaffen damit für die Schulleitungen, die über Hitzefrei entscheiden, in Corona-Zeiten Handlungsspielräume und zusätzliche Flexibilität“, sagte Gebauer der „Rheinischen Post“.

Zum Schulstart gilt in NRW ab Mittwoch auch die Maskenpflicht in allen Schulgebäuden und auf dem Gelände - in weiterführenden und berufsbildenden Schulen sogar im Unterricht.

Schule mit Maske sei in jedem Fall besser als gar keine Schule, unterstrich der Städtetagsvorsitzende und Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen. „Wir sind in den Städten auf den Schulstart gut vorbereitet. Die Schulträger haben sich um den Infektionsschutz in den Schulen gekümmert.“

Es fehle aber eine gemeinsame Strategie von Land und Kommunen für das digitale Lehren und Lernen, stellte Clausen fest. „Bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen darf nicht jede Schule ihre eigene Suppe kochen.“ Pädagogische Vorgaben und technische Standards für die verschiedenen Schulformen müssten klar sein.

Zwar sei zu begrüßen, dass das Land die Laptops und Tablets für Lehrkräfte finanziere. Es sei aber nicht geklärt, ob auch Mittel für die Wartung und für Ersatzgeräte übernommen würden.

In den vergangenen Monaten sei zwischen Schulministerium und Kommunen „nicht alles rund gelaufen“, bilanzierte Clausen. Daher biete der Städtetag nun Gespräche an, um Differenzen im Interesse der Schüler auszuräumen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat die Maskenpflicht für ältere Kinder in den Klassenzimmern seines Bundeslandes verteidigt. „Überall da, wo der Abstand nicht einhaltbar ist, müssen wir jetzt gerade am Anfang vorsichtig sein“, sagte der CDU-Politiker am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Zu der Frage, ob die Verpflichtung auch mit Blick auf die aktuell hohen Temperaturen zumutbar sei, sagte Laschet: „Ja, das ist zumutbar. Es gibt bestimmte Regeln für Kinder, die erkrankt sind oder die besondere Dinge zu berücksichtigen haben.“

Mit der Maskenpflicht, die an weiterführenden und berufsbildenden Schulen Nordrhein-Westfalens ab dem Schulstart am Mittwoch sogar im Unterricht gilt, ist NRW einen bundesweiten Sonderweg gegangen. Die Infektionszahlen seien besonders in städtischen Räumen sehr hoch, argumentierte der Ministerpräsident. „Ich glaube, das ist eine Vorsichtsmaßnahme, die am Anfang richtig ist“, sagte Laschet. „Auf Dauer wird man das nicht machen können, aber dazu brauchen wir bessere Erfahrung.“

(dpa)