Aachen: Heroin in die Aachener JVA geschmuggelt?

Aachen: Heroin in die Aachener JVA geschmuggelt?

Dass in der Aachener Justizvollzugsanstalt Alkohol, Drogen und gar Waffen kursieren, wurde im aktuellen Prozess um den spektakulären Ausbruch vom vorigen November schon oft thematisiert - und auch, dass dabei mitunter JVA-Beamte die Finger im Spiel haben sollen.

Und genau in solch einem Fall ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft, wie Oberstaatsanwalt Robert Deller am Mittwoch auf Anfrage bestätigte. Ins Visier der Fahnder sind dabei ein JVA-Bediensteter und ein Häftling geraten, ermittelt werde wegen Drogendelikten und Bestechlichkeit, erklärte Deller.

Demnach besteht der Verdacht, dass der Beamte Rauschgift in die JVA geschmuggelt hat. Informationen, dass es sich dabei um Heroin gehandelt haben soll, wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Allerdings würde dies eventuell ins Bild passen: Denn wie ein Häftling im Ausbrecher-Prozess ausgesagt hat, soll hinter Gittern seit Einführung von Drogentests Heroin „bevorzugt” werden, da es sich im Körper schneller abbaue.

Laut Deller wurde die Wohnung des Beamten am Montag durchsucht, gleiches gilt für seinen Arbeitsbereich in der JVA. Dass dabei in einer Zelle eine größere Menge Heroin gefunden worden sein soll, mag die Staatsanwaltschaft nicht kommentieren. „Zum Ergebnis der Durchsuchungen äußern wir uns aus ermittlungstaktischen Gründen nicht”, sagte Deller. Der 46-jährige Beamte ist weiter im Dienst, wie JVA-Leiterin Reina Blikslager bestätigte. „Bei uns ist nur einer suspendiert, und der steht derzeit vor Gericht” - es ist jener Beamte, der wegen Fluchthilfe angeklagt ist.

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