Aachen/Düren: Hells Angels: Wegen einer Ohrfeige in Haft

Aachen/Düren: Hells Angels: Wegen einer Ohrfeige in Haft

Der Prozess um die als „räuberische Erpressung” von Mitgliederbeiträgen für den Motorradclub Hells Angels angeklagte Vorfälle im Oktober 2011 in Düren wird immer mehr zur Farce.

Am Mittwoch sagte der Hauptbelastungszeuge aus, er habe das alles als nicht so tragisch empfunden. Hintergrund für den Prozess ist die Gründung der neuen Untergruppierung der Hells Angels in Düren, im internen Sprachgebrauch „Chapter” genannt.

Der Hauptangeklagte Bernd T. (31) ist einer der Begründer dieses Chapters. Er schilderte am Mittwoch der 1\. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts, wie es zu der Situation gekommen sei, die ihn und seinen Kollegen Alexander K. seit Monaten in Untersuchungshaft sitzen lassen.

Zuvor hatte das Opfer ausgesagt, für ihn sei das alles nicht so tragisch gewesen. Denn er sei seit etwa zehn Jahren mit dem Angeklagten ziemlich eng befreundet. Und als der Freund Ende Oktober zu ihm nach Hause kam, um von ihm 750 Euro für den Beitritt als „Prospect”, eine Art Anwärter im Motorradclub, einzufordern, habe er das Geld in der Tat nicht zahlen wollen. Daraufhin habe er eine Ohrfeige bekommen.

Bernd T. gab an, er habe sich „bloßgestellt” gefühlt und ihm sei „die Hand ausgerutscht”. Das habe ihm sofort Leid getan, schließlich gehe man zusammen Joggen. Die Sitten bei den Hells Angels sind streng. Er habe sich für die Mitgliedschaft des Freundes stark eingesetzt und aus eigener Tasche den fälligen Beitrag vorgestreckt. Die Freundin des Opfers hatte wohl darauf bestanden, die Polizei anzurufen, danach wurden die beiden „Hausbesucher” festgenommen und schließlich angeklagt.

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