Heerlen: Heerlen: Schon bald teilweiser Abriss?

Heerlen: Heerlen: Schon bald teilweiser Abriss?

Im einsturzgefährdeten Einkaufszentrum „t Loon” in Heerlen sind am Sonntagsmorgen eine Reihe von Geschäften leergeräumt worden. Die Gemeinde Heerlen hatte am Samstag 40 Einzelhändlern die Erlaubnis erteilt, das Einkaufszentrum zu betreten. Unter ihnen die Beschäftigten von Albert Heijn, Blokker, Jumbo und dem Karnavalswiertz.

Vor allem verderbliche Frischwaren wurden aus den Supermarkt-Regalen geholt und von dutzenden Lastwagen abtransportiert.

Im Fall des wegen Schäden geräumten Einkaufszentrums „t Loon” hatte sich am Samstag die Lage weiter zugespitzt. Weil der Druck auf die Statik immer weiter steigt, wird ein teilweiser Abriss immer wahrscheinlicher.

Bürgermeister Paul Depla sagte am Samstag auf einer Pressekonferenz, dass es zu gefährlich sei, weiter zu warten und einen spontanen Einsturz zu riskieren.

„Die Unsicherheit darüber, was dann passieren kann, ist zu groß”, wird Depla im „Limburgs Dagblad” zitiert. Wann der Abriss erfolgen soll, steht aber noch nicht fest. Die Bewohner des geräumten Wohnblocks haben bis Montagmittag, 12 Uhr, Zeit, sich zu dem Beschluss zu äußern. „Dann werden wir eine definitive Entscheidung treffen. Es ist klar, dass wir nicht wochenlang warten können”, sagte Depla.

Die rund 50 Betreiber von Ladenlokalen stehen unterdessen vor Millionenschäden. Die Waren in dem Teil von „t Loon”, der weiter absackt, können nicht herausgeholt werden. Das gab Depla am Samstagnachmittag bekannt. Die Anwohner wurden am Samstagmittag über die Situation informiert. Die 18 Familien aus dem geräumten Wohnblock können zwar heute auch Sachen aus ihren Wohnungen holen, wann sie wieder dahin zurückkehren können, steht indes noch nicht fest. Die Gemeine Heerlen hat ihnen empfohlen, für die kommenden fünf Tage Sachen einzupacken.

Am Montag soll laut niederländischen Zeitungsberichten die Entscheidung bekanntgegeben werden, wann der Haupteingang, zehn Geschäfte und Teile des Parkhauses abgerissen werden.

Am Dienstag waren zunächst zehn Ladenlokale geräumt worden, nachdem neue Risse an tragenden Säulen des Parkdecks entdeckt worden waren.

Der übrige Teil des Gebäudes gilt nach wie vor als sicher, wurde aber am Donnerstag ebenfalls gesperrt. Auch die angrenzenden Straßen sind inzwischen teilweise abgeriegelt worden, um im Notfall Rettungs- und Hilfsfahrzeugen freie Bahn zu verschaffen.

„Wir bleiben in höchster Bereitschaft und halten die Angelegenheit unter ständiger Überwachung”, sagte Depla. Sicherheit habe absoluten Vorrang. Die Hilfsdienste stünden bereit zum Eingreifen.

Der gesamte Komplex sei in mehreren voneinander getrennten Teilen konstruiert, so Depla. Sollte einer davon absacken oder zusammenbrechen, seien die anderen davon nicht betroffen.

Die Betreiber der rund 50 Ladenlokale in dem 1965 eröffneten Gebäudes sehen sich unterdessen Millionenausfällen im Vorweihnachtsgeschäft gegenüber. Schon jetzt dürfte durch abgelaufene Frischprodukte in den Lebensmittelregalen hoher Schaden entstanden sein.

Die großen Einzelhandelsmärkte wie C&A, Albert Heijn und Hema bekräftigten unterdessen, dass trotz der Schließungen keine Mitarbeiter entlassen werden sollten.

Wie mehrere niederländische Medien berichten, befindet sich der Boden unter dem Einkaufszentrum immer noch in Bewegung. Durch Absacken des Gebäudes werde Druck auf die Statik ausgeübt.

Erste Risse waren im Oktober im Parkhaus entdeckt worden, daraufhin wurde das Gebäude gesondert abgestützt. Die Zeitung De Telegraaf zitierte einen Experten der Universität Delft, wonach möglicherweise alte Bergbauschächte unter Heerlen die Ursache für die Absackungen sein können.