Aachen: Hanfanbau in der Region blüht: Bande vor Gericht

Aachen: Hanfanbau in der Region blüht: Bande vor Gericht

Bis zu 200 Kilogramm Haschisch und Marihuana im Wert von mehr als einer halben Million Euro soll eine Bande von zwölf Personen zunächst angebaut und dann verkauft haben.

Die mutmaßlichen Täter sind im Alter zwischen 25 und 50 Jahren. Sie haben die Pflanzen in diversen Plantagen in Aachen sowie in den umliegenden Städten Würselen, Alsdorf und Herzogenrath angebaut.

Am Dienstag sollten die zehn Männer und zwei Frauen zum ersten Mal ihre Aussagen vor der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht machen. Doch Strafverteidiger Wolfram Strauch, der einen der drei mutmaßlichen Haupttäter vertritt, lehnte im Namen seines Mandanten den Vorsitzenden Richter Hans Günter Görgen wegen der Besorgnis der Befangenheit ab. Die Kammer entschied nach einer etwa zweistündigen Pause, dass der Vorsitzende keinesfalls befangen sei, die Verhandlung sollte weitergehen.

Doch bereits seit Beginn des auf 19 Verhandlungstage angesetzten Mammutverfahrens ist der Wurm drin. Da laut Görgen einer der zwei Schöffen erkrankt sei, musste ein Ersatzschöffe nachrücken. Das gab den 24 Anwälten Gelegenheit, die ordentliche, heißt gesetzeskonforme Zusammensetzung des Spruchkörpers - so heißt juristisch ein Gericht - zu überprüfen. Aus Anwaltskreisen war zu hören, dass das Gericht am kommenden Verhandlungstag, es ist der Donnerstag, eine Besetzungsrüge erwartet.

Am 17. Februar 2011 war die Bande nach einer Großrazzia verhaftet worden. Parallel wurde im niederländischen Landgraaf eine verdächtige Person festgenommen. Denn auch hier wurden nach Erkenntnissen der Polizei fleißig Drogen angebaut.

In Aachen sollen sich Plantagen am Blücherplatz und in der Trierer Straße befunden haben. Teils wurden die Pflanzen in Privathäusern, teils in gewerblichen Räumen angebaut. Der mutmaßliche Haupttäter Slatko M. (39) stammt aus Würselen, er betrieb dort mit Gehilfen eine Plantage. Acht der Angeklagten sitzen in U-Haft. Vier, darunter die beiden Frauen, sind auf freiem Fuß.

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