Hambacher Forst: Der Einsatz in Zahlen

30 verletzte Polizisten, 113 vorläufige Festnahmen : Zwischenbilanz zum Einsatz im Hambacher Forst

Am späten Dienstagabend hat die Polizei Aachen eine Zwischenbilanz zum Einsatz im Hambacher Forst gezogen: Bislang seien 53 Baumhäuser von Rodungsgegnern abgebaut worden.

Für die Arbeiten habe die Gedenkstätte für den in der vergangenen Woche ums Leben gekommenen Journalisten am Dienstag vorübergehend verlegt werden müssen.

Seit Beginn der Einsatzmaßnahmen im Hambacher Forst vor knapp zwei Wochen wurden laut Polizei 113 Menschen vorläufig festgenommen. Außerdem habe es 222 Gewahrsamnahmen und knapp 670 Platzverweise gegeben. Den Angaben zufolge wurden 30 Polizisten verletzt und 43 Beamte mit Fäkalien beworfen.

Aktivistin abgestürzt

Am Dienstagvormittag war es laut Informationen der Polizei erneut zu einem Unfall im Hambacher forst gekommen: Gegen 10.45 Uhr habe eine Demonstrantin mithilfe einer Leiter eine Plattform im Bereich des Dorfes „Lorien“ betreten wollen und sei dabei abgestürzt. Dabei wurde sie laut ersten Erkenntnissen leicht verletzt. Polizeiliche Arbeiten fanden an dieser Stelle zum Unfallzeitpunkt nicht statt.

Die verletzte Frau lehnte eine polizeiliche und notärztliche Versorgung vor Ort ab, ebenso eine Kontaktaufnahme. Genaue Informationen zum Unfallhergang gibt es daher bislang keine. Laut Zeugen vor Ort ist sei sie von der Leiter aus etwa zwei Metern Höhe gestürzt.

750.000 Unterschriften gesammelt

Rund 750.000 Menschen haben derweil inzwischen eine Online-Petition für den Erhalt des Hambacher Forstes unterschrieben. Allein in den vergangenen 14 Tagen seien etwa 300.000 Unterstützer hinzugekommen, wie eine Sprecherin der Organisation Campact am späten Dienstagabend mitteilte. Neben Campact gehören auch die Naturschutzverbände BUND und Greenpeace zu den Initiatoren.

In der vergangenen Woche hatten die Umweltschützer bereits mehr als eine halbe Million Unterschriften an die Landesregierung übergeben. Die Petition richtet sich unter anderem an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Für den 6. Oktober haben Campact, BUND und Greenpeace außerdem zu einer Demonstration am Hambacher Forst aufgerufen.

„RWE lügt!“

Bereits am Dienstagmorgen hatte Greenpeace seinen Protest auch am Kohlekraftwerk in Niederaußem deutlich gemacht: Mit Projektoren hatten Aktivisten dort den Slogan „RWE lügt!“ auf den Kühlturm des Kraftwerks projiziert. Mit der Aktion will Greenpeace auf ein Rechtsgutachten aufmerksam machen, das im Auftrag der Organisation erstellt wurde und zeigen soll, dass die Erlaubnis zur Rodung des Hambacher Forsts nicht rechtsgültig sei - weil bestimmte Auflagen, an die die Erlaubnis zur Rodung geknüpft seien, nicht erfüllt seien. Das erklärt Greenpeace auf seiner Webseite.

(dpa)
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