Hürtgenwald-Horm: Großeinsatz wegen Feuer in Müllsammelstelle

Hürtgenwald-Horm: Großeinsatz wegen Feuer in Müllsammelstelle

Millionenschaden ist am Sonntag beim Brand der so genannten Rotte im AWA-Entsorgungszentrum in Hürtgenwald-Horm entstanden. Den ganzen Tag über kämpften weit mehr als 200 Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreis Düren und den Nachbarkreisen gegen die Flammen an.

Trotz Großeinsatz von Personal und Material brannte die Lagerstätte völlig aus. Die Halle alleine, so AWA-Geschäftsführer Ulrich Koch, hatte einen Wert von 3,5 Millionen Euro. Sie wurde kürzlich noch mit einer Photovoltaikanlage komplettiert. Insgesamt lagerten in der Halle rund 3500 Tonnen sogenannten angerotteten Mülls, der in der Müllverbrennungsanlage Weisweiler verbrannt werden sollte.

Um 9.50 Uhr am Sonntagmorgen erfolgte die Alarmierung der Wehr. Die ersten Kräfte der Gemeindefeuerwehr Hürtgenwald, die wenig später an der Einsatzstelle eintrafen und schon bei der Anfahrt die sich in den Morgenhimmel schlängelnde Rauchsäule sahen, wollten zunächst in die Halle eindringen, um in einem Innenangriff Löschversuche zu unternehmen. „Zu gefährlich”, entschied aber Einsatzleiter Guido Pleuss und beorderte seine Mannen zurück.

Mit Recht, wie sich schon nach wenigen Minuten zeigen sollte. Bei den folgenden Verpuffungen und kleinen Explosionen wären die Feuerwehrleute unabsehbaren Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt gewesen. Also entschied sich die Einsatzleitung, den Großbrand von außen zu bekämpfen. Da die Wasserversorgung nicht ausreichte, musste eine Transportleitung von der Rur bei Schneidhausen bis zur Einsatzstelle verlegt werden.

Vor Ort wurde der Einsatz aus der Fahrbahren Leitstelle des Feuerschutztechnischen Zentrums geleitet. Immer mehr Wehren aus dem Kreis Düren wurden angefordert, in Zülpich, Schleiden und Simmerath sowie beim THW zusätzliche Drehleitern geordert. Messzüge waren unterwegs, um in den umliegenden Ortschaften nach Schadstoffen zu fahnden. Der immer wieder drehende Wind sorgte dafür, dass es zeitweise dunkel wurde in Gey und Straß, in Langenbroich und Bergheim und auch in Kufferath und bis hinüber nach Kreuzau.

Einheiten aus dem Kreis Euskirchen, dem Rhein-Erft-Kreis und der Städteregion Aachen unterstützten die einheimischen Kräfte. Zur Versorgung Hunderter Helfer richtete das Deutsche Rote Kreuz einen Verpflegungsplatz ein.

Ulrich Reuter, Geschäftsführer von AWA-Service, zu der das Zwischenlage in Horm gehört, sprach von einem Totalschaden der Anlage. Vor Ort informierten sich neben der Geschäftsführung des Entsorgungsunternehmens auch Bürgermeister Axel Buch, sein Stellvertreter Stefan Grieshaber sowie Kreisdezernent Peter Kaptain über den Großbrand und die Löscharbeiten.

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