Düsseldorf: Große Lebensleistungen mit dem NRW-Verdienstorden geehrt

Düsseldorf: Große Lebensleistungen mit dem NRW-Verdienstorden geehrt

Es sind faszinierende Lebensläufe, Lebensleistungen, Lebenswerke. Dass die Persönlichkeiten, die diese Biografien bewirkt haben, mit einem Verdienstorden in feierlich-offiziellen Rahmen ausgezeichnet werden, mag manchen als überholt, geradezu antiquiert und nicht mehr in die hektischen Zeitläufte digitaler Beschleunigung passen.

Aber es ist gut, dass es solche Momente der Würdigung und der Würde, der gehaltenen Reden und der persönlichen Haltung gibt.

Theo Kutsch (r.) aus Herzogenrath erhielt den Landesverdienstorden aus der Hand von NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper. Foto: Judith Michaelis

18 unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Bereichen sind jetzt in Düsseldorf mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt worden. Zu ihnen gehört mit Ulrich Banken aus Siegen ein pensionierter Biologie- und Chemielehrer, der sich über Jahrzehnte mit seinen Schülern um die Sauberkeit von Seen, Bächen und Flüssen im Siegerland kümmerte.

Mit dabei war auch Josef Bellerich, der seit 1956 ehrenamtlich in der Kolpingfamilie in Heek im Kreis Borken arbeitete und sich mit großen Elan und großer Selbstverständlichkeit in der Flüchtlingshilfe engagiert. In der von ihm aufgebauten gemeinnützigen Fahrradwerkstatt setzt der ehemalige Landmaschinenmechaniker sein handwerkliches Können ein und verhilft so Flüchtlingen zu einem Stück Mobilität. Luise Carson sucht in ihrem Düsseldorfer Stadtteil Flingern gemeinsam mit Politik, Stadtverwaltung, Stadtwerken und Polizei Lösungen für die Probleme ihrer Mitmenschen: beharrlich auch gegenüber Ämtern.

Auch die hohe Kultur ist vertreten, zum Beispiel mit Antony Cragg, dem in Wuppertal lebenden prominenten britischen Bildhauer, Mitglied der Royal Academy of Arts. Unweit der Schwebahn hat er den wunderbaren Skulpturenpark Waldfrieden geschaffen, der weltweit zu den bedeutenden Parks mit gestalteter Natur und großartiger Kunst zählt.

Und auf der Bühne der Ausgezeichneten stehen an diesem Abend im Robert-Schumann-Saal des Museums Kunstpalast auch vier bekannte Akteure aus der Städteregion Aachen: Ulla Schmidt, Hermann Bühlbecker, Theo Kutsch und Klaus Pavel.

Landesfinanzminister Lutz Lienenkämper, der den in Berlin von der CSU „festgehaltenen“ Ministerpräsidenten Armin Laschet vertritt, hebt besonders Ulla Schmidts Engagement „abseits der großen Politik“, etwa als Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, dann bei der „Aktion Menschen“, als Vorsitzende der Hospizstiftung Region Aachen und im AWO-Bundesverband hervor.

Hermann Bühlbecker, Alleingesellschafter der Aachener Lambertz-Gruppe, hat nicht nur unternehmerischen Erfolg, sondern ist sozial in mehreren Stiftungen engagiert. Auch der Sport erfährt durch ihn großzügige Unterstützung, etwa der CHIO Aachen. Zudem bringt er seine unternehmerische Erfahrung in Gremien der IHK ebenso ein wie als Honorarprofessor an der International School of Management in Dortmund.

Theo Kutsch ist Legende! Der 95-Jährige aus Herzogenrath lebt für sein im wahrsten des Wortes „grenzenloses“ Engagement. Er hat dafür gesorgt, dass die 1914 gezogene Grenze zwischen Herzogenrath und Kerkrade 1970 aufgehoben wurde, dass Eurode, die enge Freundschaft zwischen den Menschen in Kerkrade und in Herzogenrath, stets lebendig blieb und bleibt. Er war Mitgründer und der erste Vorsitzende des Vereins Burg Rode Herzogenrath. Es gäbe noch viel aus diesem langen Leben zu erwähnen, gewiss auch, dass er weiterhin unverdrossen aktiv gegen die Einführung einer Pkw-Maut in Europa kämpft.

Pferdesport, Maschinenbau, Aachen, Brasilien, Patente und Ideen: Dafür steht Klaus Pavel. Lienenkämper lobte ihn als „innovativen erfolgreichen Unternehmer“, der die Rhein-Nadel-Gruppe zu einem Marktführer in Europa gemacht habe. Gleichzeitig sei es ihm gelungen, den Aachener CHIO als langjähriger Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins zu einem Weltklasse-Turnier auszubauen. Vor rund 25 Jahren gründete er die „Fundação Pavel“, die Straßenkindern ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.

Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen wurde am 11. März 1986 gegründet. Die Zahl der Ordensinhaber ist auf 2500 begrenzt, Bisher sind 1559 Frauen und Männer ausgezeichnet worden.

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