Bönen: Großbrand in Bönen: Löscharbeiten am zweiten Tag schwierig

Bönen : Großbrand in Bönen: Löscharbeiten am zweiten Tag schwierig

Ein Großbrand auf einem Recyclinghof in Bönen nahe Dortmund hat die Feuerwehr auch am zweiten Einsatztag in Atem gehalten. Rund 200 Einsatzkräfte kämpften am Sonntag gegen die Flammen in vier der fünf Lagerhallen, in denen leicht entflammbares Material lagerte.

„In meinen 35 Jahren als Feuerwehrmann habe ich eine solche Dimension und eine Brandausbreitung in einer derartigen Geschwindigkeit nie erlebt”, sagte Feuerwehrsprecher Uwe Hasche.

„Die starke Rauchentwicklung ist deutlich zurückgegangen”, sagte er weiter. „Aber wir haben noch immer offenes Feuer in mehreren Bereichen und Glutnester im Untergrund, aus denen bei dem starken Wind immer wieder Flammen schlagen.” Das Wertstoffunternehmen habe überwiegend zerkleinertes Folienmaterial gelagert, das wie Zunder brenne. „Das ist uns zum Verhängnis geworden, zusammen mit dem starken Ostwind.”

Sieben Einsatzkräfte wurden leicht verletzt. Für fünf von ihnen war nach einer medizinischen Betreuung vor Ort keine weitere Behandlung erforderlich. Zwei Feuerwehrleute kamen vorsorglich ins Krankenhaus. Die direkt an dem Wertstoff- und Recyclinghof gelegene Autobahn 2 war nach beidseitiger Sperrung am Samstag zwischen dem Kamener Kreuz und der Anschlussstelle Hamm seit Sonntagmorgen gegen 5.30 Uhr wieder freigegeben. „Aber wir werden möglicherweise temporär noch mal sperren müssen”, sagte Hasche.

Am Mittag begannen Spezialfirmen, mit schwerem Räumgerät die einsturzgefährdeten Hallendächer einzureißen. Die Feuerwehr müsse in die Hallen hinein, um kokelndes und sich immer wieder neu entzündendes Material herauszuholen und auf dem Hof zu löschen, erläuterte Hasche. Dafür sollten die Hallen aber zunächst gesichert werden, also Dächer und herabhängende Metallteile entfernt werden. Die Schadenshöhe könne noch nicht geschätzt werden. Das Unternehmen gehe aber bei den vier der fünf Lagerhallen von einem „wirtschaftlichem Totalschaden” aus.

Das NRW-Landesamt für Umwelt sah nach Messungen an mehreren Stellen keine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung. Es seien auch bei den Messungen der Feuerwehren keine kritischen Werte oder gesundheitsgefährdenden Stoffe festgestellt worden, erläuterte der Sprecher. Dennoch hielt die Feuerwehr ihre Warnung zunächst auch am Sonntag aufrecht, Fenster und Türen zu schließen. „Brandrauch einzuatmen, ist ungesund”, betonte Hasche. Wo eine Belästigung durch Rauch oder Geruch bestehe, sollten die Menschen vorsorglich Fenster und Türen geschlossen halten.

Schon am Samstagnachmittag waren rund 200 Einsatzkräfte vor Ort. Aus der gesamten Region komme auch weiter Unterstützung, sagte Hasche.

(dpa)
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