1. Region

Messe Caravan Salon: Größte Messe seit Corona beginnt am Freitag

Messe Caravan Salon : Größte Messe seit Corona beginnt am Freitag

Die Corona-Pandemie hat die Messebranche hart getroffen. In den Messehallen gingen für Monate die Lichter aus. Auch viele Dienstleister gingen durch ein tiefes Tal. Jetzt wagen große Messen wie der Caravan Salon mit Schutzkonzepten den Neustart.

Mit dem Caravan Salon beginnt am Freitag (10.00 Uhr) in Düsseldorf nach Angaben der Messewirtschaft die bislang größte Ausstellung in Deutschland seit den Einschränkungen in der Corona-Pandemie. Pro Tag dürfen maximal 20 000 Besucher zu den Ständen der 350 Aussteller kommen, ein Ticket muss vorher im Internet gebucht werden.

Das Coronavirus-Schutzkonzept der Messe setzt nicht nur auf die gängigen Regeln von eineinhalb Metern Abstand zu fremden Personen und Mund-Nase-Schutz in Innenräumen. Jeder Besucher muss an den zehn Messetagen bis zum 13. September genug Abstand zu fremden Menschen halten und eine Maske tragen. Zusätzlich sollen Lüftungsanlagen und offene Türen für frische Luft sorgen. Außerdem werden 600 Mitarbeiter eingesetzt, die während der Messe zu den Corona-Maßnahmen informieren, reinigen und kontrollieren. Zusätzlich sollen Ordner und viele Abstandsmarkierungen dafür sorgen, dass Menschenansammlungen erst gar nicht entstehen. Die Oberflächen der Ausstellungsobjekte würden regelmäßig desinfiziert.

Die Ausstellungsfläche ist diesmal mit rund 71.000 Quadratmetern kleiner im Vorjahr mit mehr als 112.000 Quadratmetern. Pro Tag dürfen wegen Corona maximal 20.000 Besucher das Düsseldorfer Messegelände betreten. Damit können an den zehn Messetagen höchstens 200.000 Besucher kommen. Die Zahl der Besucher war zuletzt von rund 250.000 Besuchern (2018) auf über 268.000 Besucher (2019) gestiegen.

Eine gestiegene Nachfrage nach Reisemobilen und Caravans gibt der Düsseldorfer Messe Rückenwind. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden in Deutschland fast 55 000 sogenannte Freizeitfahrzeuge neu zugelassen - ein Plus von vier Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019. Besonders in den Monaten Mai und Juni erlebte die Caravaning Industrie eine große Nachfrage. „Corona hat uns einen Extra-Schub gegeben - das ist die einzige Reiseform, mit der man autark ist“, hatte der des Geschäftsführer des Caravaning Verbandes CIVD, Daniel Onggowinarso, im Vorfeld der Messe vor wenigen Tagen erklärt.

Zu den 350 Ausstellern gehört auch in diesem Jahr wieder die Knaus Tabbert-Gruppe, die ihre Ausstellungsfläche laut Veranstalterangaben vergrößert hat. Die Trigano-Gruppe erweitere ihre Präsenz auf der Düsseldorfer Messe in diesem Jahr ebenfalls stark. Die Erwin Hymer Group ist hingegen den Angaben zufolge diesmal nicht dabei. Die Gesamtzahl der Aussteller war im Vorjahr fast doppelt so hoch.

Der Caravan Salon ist nach den Verbandsangaben die größte Messe, die im September in Deutschland über die Bühne geht. „Von September bis Dezember sind Stand heute noch rund 80 internationale und regionale Messen geplant, davon zwölf im September“, erklärte AUMA-Bereichsleiter Harald Kötter. Fast gleichzeitig mit dem Caravan Salon finden die Tour Natur in Düsseldorf, die Kompakt-Ausgabe der IFA Berlin, die regionalen Konsumgüter-Fachbesuchermessen Nordstil in Hamburg sowie Cadeaux und Midora in Leipzig und die regionale Publikumsmesse Boot & Fun in Werder/Havel statt.

Die Messe-Zwangspause im Frühjahr hatte für viele Unternehmen, Dienstleister und auch Kommunen negative Folgen. Laut AUMA sind coronabedingt für das laufende Jahr rund 180 internationale und regionale Messen abgesagt worden, geplant waren ursprünglich 330 Messen. Die abgesagten Messen hätten gemessen an den früheren Ergebnissen sechs bis sieben Millionen Besucher gehabt.

Bis Sonntag findet parallel zum Caravan Salon auch die Tour Natur statt, eine kleinere Messe mit 270 Ausstellern rund um die Themen Wandern, Trekking, Mountainbike und Kanufahren.

(dpa)