Bonn: Giftspritzen-Anschlag gegen Kneipe: Apotheker muss in Haft

Bonn: Giftspritzen-Anschlag gegen Kneipe: Apotheker muss in Haft

Wegen eines Rachefeldzugs mit einer Giftspritze gegen eine Bonner Kneipe muss ein Apotheker ins Gefängnis.

Das Bonner Landgericht verurteilte den 43-Jährigen am Dienstag auch in zweiter Instanz wegen gefährlicher Körperverletzung zu 14 Monaten Haft. Wegen seiner einschlägigen Vorstrafen kam eine Bewährung nicht mehr in Frage.

Der Apotheker hatte im August 2010 mit zwei Plastikspritzen verdünnte Phosphorsäure durch das offene Fenster in eine Gaststätte gespritzt. Zwei Gäste wurden an Hals, Schulter und Arm getroffen und erlitten Verbrennungen. Laut Urteil wollte der Angeklagte „kalte Rache üben”, weil die Kneipenwirtin ihm ein Glas Bier verweigert hatte. Im Prozess hatte der Angeklagte zunächst erklärt, er habe Urin aus der Toilettenschüssel auf die Spritzen gezogen. Der 43-Jährige wurde jedoch durch ein rechtsmedizinisches Gutachten widerlegt und gestand schließlich den giftigen Anschlag.

Vor zehn Jahren hatte der damals schon inhaftierte Apotheker bereits ein Salzsäureattentat auf seine Freundin geplant, die ihn verlassen hatte. Für den Racheplan engagierte er einen Mithäftling, der ihn aber bei der Anstaltsleitung verpfiff. Der Verurteilte, der in Bonn eine Apotheke führt, muss jetzt mit dem Entzug der Zulassung rechnen.

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