Aachen/Region: Gewitter folgen der Sommerhitze: Aachenerin durch Blitzschlag getötet

Aachen/Region : Gewitter folgen der Sommerhitze: Aachenerin durch Blitzschlag getötet

In weiten Teilen der Region hat sich das heiße Wetter der vergangenen Tage in der Nacht zu Dienstag in Gewittern entladen. In Aachen ist eine Frau laut Polizei offenbar davon überrascht worden: Sie wurde am Montagabend von einem Blitz erschlagen.

Die 73-Jährige sei mit ihrem Fahrrad auf dem Pommerotter Weg im Aachener Süden bei Herffs-Erb unterwegs gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Dort wurde sie offenbar von dem heftigen Gewitter überrascht.

Die 73-Jährige kam während des Gewitters an jener Stelle am Pommerotter Weg ums Leben. Grafik: ZVA / Karte: mapz.com.

Ein Spaziergänger habe sie gegen 20.40 Uhr unter einer Buche gefunden, der Rettungsdienst habe nur noch den Tod der Frau feststellen können. Einer Mitteilung der Feuerwehr zufolge ließ der Stromstoß die Kette ihres Rades schmelzen. Dies bestätigte die Aachener Polizei jedoch nicht. Demnach sei die Kette nicht geschmolzen.

Am Montagabend waren heftige Gewitter über Aachen gezogen, von denen die 73-Jährige wohl auf ihrem Weg überrascht wurde. Foto: Ralf Roeger/dpa

Der Blitz sei wahrscheinlich in einen Baum am Straßenrand eingeschlagen und dann auf die Frau und das Fahrrad übergesprungen. Gebrannt hat aber nichts, wie der Feuerwehrsprecher sagte. Die genaue Todesursache wird jetzt bei einer Obduktion geklärt. Das Ergebnis soll nach Angaben von Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts voraussichtlich am Mittwoch vorliegen.

Größere Schäden an Gebäuden blieben nach Angaben der Polizei am Dienstagmorgen sowohl in der Städteregion als auch in den Kreisen Düren und Heinsberg aus. Im Bahnverkehr war es am Montagabend zu Behinderungen gekommen.

Hitzerekorde in NRW

Mit Hitzerekorden geht ein deutlich zu warmer meteorologischer Frühling in Nordrhein-Westfalen zu Ende. Das meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag nach ersten Auswertungen seiner Messergebnisse von März bis Mai 2017.

Demnach war es im Mittel mit 10,2 Grad Celsius fast zwei Grad wärmer als in der statistischen Referenzperiode 1961 bis 1990, erklärte ein Sprecher. Wie im Rest Deutschlands fiel dazu auch in NRW weniger Niederschlag als sonst, 135 Liter statt die üblichen 205 Liter pro Quadratmeter. Die Sonnenausbeute lag mit 515 Stunden deutlich über dem langjährigen Mittel (441).

Am heißesten war es laut DWD am Montag an der Wetterstation Köln/Bonn Flughafen. Dort wurden 34,4 Grad Celsius gemessen. Die 34,3 Grad Celsius in Köln-Stammheim waren einem DWD-Sprecher zufolge die höchste Frühjahrs-Temperatur dort seit über 70 Jahren - der bisherige Rekord stamme aus dem Mai 1945.

Die Meteorologen sprechen von einer „kurzen, aber markanten Hitzewelle” im Land. Drei von 27 Messstellen des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) meldeten am Montag Ozonwerte im roten Bereich, fast alle anderen zeigten orange.

Nach der aktuellen Wettervorhersage wird der Montag erst einmal der wärmste Tag geblieben sein. Am schwülwarmen Dienstag gab es leichte Abkühlung und Warnungen vor Gewittern mit Hagel und Sturmböen. Diese wurden aber am Dienstagabend für die Städteregion Aachen und den Kreis Düren wieder aufgehoben. Für Mittwoch bis Freitag stellte ein DWD-Meteorologe kühlere 22 bis 25 Grad Celsius in Aussicht, bis Donnerstag zudem meist niederschlagsfrei.

(dpa/red)
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