Region: Gesundheitsreport: Männer sind anders krank als Frauen

Region : Gesundheitsreport: Männer sind anders krank als Frauen

Männer leiden häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen sind deutlich mehr Frauen betroffen. Das geht aus dem jüngsten Gesundheitsreport der DAK-Gesundheit hervor.

Der nimmt regelmäßig den Krankenstand in der Städteregion unter die Lupe und vergleicht die Daten mit den Ergebnissen in NRW. Diesmal nehmen die Statistiken sich ganz besonders Männer und Frauen und ihren jeweiligen Krankenstand vor.

Dass sich dabei Unterschiede ergeben, wundert Prof. Michael Grözinger vom Aachener Uniklinikum nicht.„Männliche und weibliche Gehirne unterscheiden sich deutlich“, sagt er. Und daraus ergebe sich bei Frauen beispielsweise auch eine besondere Anfälligkeit für Depressionen.

Ab 60 Jahren hoch gefährdet

Dafür leiden Männer laut Statistik häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders ab 60 sind sie demnach hoch gefährdet. Laut Gesundheitsreport ist der Krankenstand in der Region leicht gestiegen und liegt etwas über dem Landesniveau. An jedem Tag des Jahres werden in der Region Aachen demnach von 1000 Arbeitnehmern 43 krankgeschrieben.

Großer Zuwachs

Rückenschmerzen durch Muskel-Skelett-Erkrankungen stehen dabei an erster Stelle, gefolgt von Depressionen und Angstzuständen. Den größten Zuwachs gibt es laut Michael Engels, Leiter der DAK-Gesundheit Aachen, bei Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und Sinuitis. Mit einem Anteil von 15,6 Prozent am gesamten Krankenstand liegen sie jetzt auf Platz drei. Über die Gründe könne man nur spekulieren, so Prof. Michael Grözinger. Möglicherweise liege es an einer entsprechend starken Grippewelle.

Männer und Frauen sind nicht nur von unterschiedlichen Krankheiten betroffen, sie gehen laut entsprechender Studie auch anders mit dem Thema Krankheit um. Frauen gehen häufiger zum Arzt und noch häufiger als Männer gehen sie zur Arbeit, obwohl sie krank sind. Experten nennen das Präsentismus. 65 Prozent der Frauen in NRW waren 2015 mindestens einmal krank bei der Arbeit. Als Hauptgründe gaben sie in der Befragung an, dass sie ihre Kollegen nicht hängen lassen wollten (87 Prozent), oder dass sie ihre Arbeit fertigstellen mussten (66 Prozent).

Auch die Betreuung der Kinder hat offensichtlich Auswirkungen auf den Krankenstand. Ein Drittel der in Nordrhein-Westfalen befragten Frauen gab an, sich schon einmal krankgemeldet zu haben, weil es zu Hause ein krankes Kind zu versorgen galt. Bei Männern sagten das hingegen nur 18,7 Prozent.

In jedem Jahr Schwerpunktthema

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in der Städteregion“, sagt Michael Engels. So könnten Unternehmen wichtige Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen. In jedem Jahr setzt die DAK-Gesundheit dabei ein Schwerpunktthema. Im letzten Report ging es um Doping am Arbeitsplatz, diesmal waren es Männer und Frauen im Vergleich. Und die unterscheiden sich auch bei den Krebserkrankungen. Während Frauen manchmal schon sehr früh an Brustkrebs erkranken, leiden Männer vor allem an Prostatakrebs. Der tritt aber für gewöhnlich erst sehr viel später auf — meist ab 60 Jahren. „Grundsätzlich ist das Krebsrisiko bei Männern und Frauen gleich“, so Engels.

Für die Studie zu den Unterschieden zwischen Männern und Frauen hat die Krankenkasse die Daten ihrer Mitglieder analysiert und Erwerbstätige befragt. Die Daten stammen vom Jahr 2015.