Konsequenzen: Gesundheitsamt rechtfertigt sich nach Tod durch vergiftete Glukose

Konsequenzen : Gesundheitsamt rechtfertigt sich nach Tod durch vergiftete Glukose

Nach den Todesfällen durch vergiftete Glukose aus einer Kölner Apotheke hat das Gesundheitsamt sein Handeln gerechtfertigt.

„Wir sind weiterhin sehr sicher in unserer Abwägung, dass wir verhältnismäßig, angemessen und in richtiger Einschätzung der Gefahrenlage reagiert haben“, sagte Gesundheitsdezernent Harald Rau bei einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses am Dienstag im Kölner Rathaus.

Eine Frau und ihr Säugling waren vor knapp zwei Wochen an Organversagen gestorben, nachdem die 28-Jährige eine Glukose-Mischung aus der Kölner Apotheke zu sich genommen hatte. Erst einige Tage später wurde die Öffentlichkeit informiert und der betroffenen Apotheke untersagt, Medikamente abzufüllen oder selbst zu mischen. Weitere drei Tage später ordneten Land und Bezirksregierung die Schließung der Apotheke und zweier weiterer des gleichen Verbundes an.

Die Opposition hatte die Sondersitzung des Ausschusses beantragt, weil sie anzweifelte, dass die Stadt schnell und effizient genug gehandelt hatte. Insbesondere kritisierten mehrere Ratsmitglieder, dass eine Warnung an Arztpraxen und Bevölkerung erst am Montag vergangener Woche erfolgte, nachdem das Gesundheitsamt bereits am vorherigen Freitag von den Todesfällen erfahren hatte.

„Wir hatten bis Montagnachmittag keinen Hinweis darauf, dass mit dieser Glukose etwas nicht stimmt“, sagte Rau. Nachdem ein erstes Screening keine Auffälligkeiten bei der Glukose gefunden hatte, habe man erst am Montag durch ein rechtsmedizinisches Gutachten erfahren, dass ein giftiger Stoff in der Glukose war. „Erst mit dieser Erkenntnis konnten wir eingreifen.“ Auch der Düsseldorfer Landtag wollte sich am Mittwoch mit den Todesfällen und dem Handeln der Behörden beschäftigen.

(dpa)
Mehr von Aachener Nachrichten