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Hunderte Neuinfektionen: Gesundheitsamt der Städteregion ist heillos überfordert

Hunderte Neuinfektionen : Gesundheitsamt der Städteregion ist heillos überfordert

„Der Berg an Neumeldungen wird immer höher!“ In der Behörde stapeln sich die Namen von Neuinfizierten – und machen eine Kontaktverfolgung unmöglich.

Am späten Mittwochabend lagen noch 730 unbearbeitete Fälle im Eingangskorb. Am Donnerstagmorgen waren es dann schon 1300 Meldungen über Neuinfizierte mit dem Coronavirus, die im Gesundheitsamt der Städteregion Aachen für heillose Überforderung sorgten.

„Das ist die traurige Wahrheit“, sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes Monika Gube und appellierte an alle Menschen, die wegen ihres positiven PCR-Tests auf einen Anruf des Gesundheitsamtes warten, sich selbständig in Quarantäne zu begeben. So, wie es die Test- und Quarantäneverordnung vorsieht.

„Wir haben noch nie so extrem viele Neuzugänge gehabt und was noch viel schlimmer ist, ist die derzeit sehr hohe Zahl an Kontakten. Wegen der Kontaktbeschränkungen während der vergangenen Wellen nannten die Betroffenen maximal fünf Kontakte, heute sind es oft 30 und mehr.“

Die Fälle könnten trotz Neueinstellungen, Hinzuziehung der Bundeswehr und Bereitstellung von Personal aus dem eigenen Haus nicht bewältigt werden, hieß es am Abend in einer Mitteilung der Städteregion. „Der Berg an Meldungen wird immer höher“, erklärt Gube und bittet deshalb dringend um selbstverantwortliche Mitwirkung.

Von der Städtregion wird aus diesem Grund noch mal auf die Regelungen hingewiesen:

Eine Quarantänepflicht gilt gemäß der Corona-Test-Quarantäne-Verordnung automatisch und ist direkt umzusetzen für:

Personen mit einem positiven PCR-Test,
nicht-immunisierte Angehörige desselben Haushalts von positiv getesteten Menschen,
Personen, die Krankheitssymptome zeigen oder ein positives Schnelltestergebnis haben und sich deshalb einem PCR-Test unterziehen müssen– bis zum Vorliegen des PCR-TestergebnissesDie Regelung der automatischen Quarantäne ersetzt die individuellen Quarantäneanordnungen durch das Gesundheitsamt. Erlässt das Gesundheitsamt eine individuelle Anordnung, so geht deren Inhalt der generellen Regelung der Verordnung in jedem Fall vor.

Kontaktpersonen und angehörige Personen desselben Hausstands, die über eine nachgewiesene Immunisierung durch Impfung oder Genesung verfügen, müssen nicht in Quarantäne. Treten bei ihnen innerhalb von 10 Tagen seit dem Kontakt jedoch Krankheitssymptome auf, sind sie verpflichtet, sich in Quarantäne zu begeben und eine Testung durchführen zu lassen.

Über die Quarantäne von nicht-immunisierten Kontaktpersonen, die engen persönlichen Kontakt zu infizierten Menschen hatten, ohne im selben Haushalt zu leben, entscheidet dagegen das zuständige Gesundheitsamt je nach Intensität des Kontaktes. Hier gilt die Grundregel: Die Quarantäne kommt dann in Frage, wenn ein mindestens 10-minütiger enger Kontakt, zum Beispiel im Rahmen eines Gesprächs, bestand und keine medizinische Maske getragen wurde. Auch wenn die Person sich mit einer infizierten Person über einen längeren Zeitraum in einem schlecht oder nicht belüfteten Raum aufhielt, kann eine Quarantäne angeordnet werden. Auch in diesen Fällen bittet die StädteRegion um eigenverantwortliches Handeln. „Sofern Sie die Voraussetzungen erfüllen, das Gesundheitsamt sich aber noch nicht gemeldet hat, isolieren Sie sich bitte selbst und nehmen Sie die kostenfreie Bürgertestung in Anspruch“, bittet Gube.

Quarantäne heißt häusliche Absonderung. Folgende Maßnahmen sind während der Quarantäne einzuhalten:

  • direkter Rückzug in die eigene Wohnung, das eigene Haus oder die Unterkunft
  • kein Verlassen der Unterkunft während der Quarantäne, auch nicht zum Einkaufen oder zum Ausführen eines Hundes. Das müssen nun andere erledigen
  • Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Unterkunft müssen strikt vermieden werden
  • Kontakte zu anderen, nicht in der Quarantäne befindlichen Menschen innerhalb der Unterkunft sind nur in Ausnahmefällen zulässig (zum Beispiel bei Betreuungsbedarf). Dann müssen wichtige Verhaltensregeln eingehalten werden, wie das Tragen einer medizinischen Maske, gute Handhygiene und ausreichendes Lüften in den Räumen.
  • Der eigene Garten, der Balkon oder eine Terrasse dürfen genutzt werden – aber nicht, um andere Menschen zu treffen
  • Die Wohnung darf nur verlassen werden, um einen PCR-Corona-Test durchführen zu lassen. Dabei ist es sehr wichtig, die Verhaltensregeln einzuhalten (Abstand halten, Hygieneregeln beachten, medizinische Maske tragen)

Informationspflicht

Personen mit positivem Testergebnis (infizierte Personen) müssen unmittelbar ihre engen persönlichen Kontakte informieren. Das gilt insbesondere, wenn der Kontakt in einem schlecht oder nicht belüfteten Raum über einen längeren Zeitraum bestand, oder in einem direkten Kontakt (über 10 Minuten) kein Abstand von 1,5 Metern untereinander eingehalten wurde und keine medizinischen Masken getragen wurden. Die informierten Personen werden gebeten, sich selbst zu isolieren. Wenn die informierten Personen weiterhin Kontakte nach außen haben müssen, sind – bis das zuständige Gesundheitsamt das weitere Vorgehen festgelegt hat – verstärkt Hygieneregeln zu beachten (Tragen einer medizinischen Maske, Abstand halten und Kontakte reduzieren).

Dauer der Quarantäne

Bei Personen, die sich wegen eines eigenen positiven PCR-Tests in Quarantäne befinden, endet die Quarantäne, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen beziehungsweise während der Quarantäne auftreten, nach 14 Tagen ab der Vornahme des ersten Erregernachweises, wenn am letzten Tag ein Schnelltest mit negativem Ergebnis oder bei schweren Verläufen ein PCR-Test mit negativem Ergebnis durchgeführt wird.
Personen, die eine Immunisierung durch vollständige Impfung oder Genesung nachweisen können, können die Quarantäne bereits nach Ablauf von fünf Tagen beenden, wenn keine Symptome vorliegen und ein PCR-Test mit negativem Ergebnis durchgeführt wird.
Bei Personen, die als Kontaktpersonen einer positiv getesteten Person in Quarantäne sind, endet die Quarantäne, wenn keine Symptome entwickelt wurden, spätestens nach 10 Tagen. Eine Freitestmöglichkeit nach sieben Tagen mit Schnelltest und für Schulkinder (gesetzliche regelmäßige Testung) nach fünf Tagen ist in diesen Fällen möglich.

(red)