Stolberg: Gesund und lecker: So schmeckt das Pausenbrot

Stolberg : Gesund und lecker: So schmeckt das Pausenbrot

Weil Kinder im Wachstum sind, ist ihre Ernährung besonders wichtig. „Erwachsene müssen nur einen sogenannten Erhaltungsbedarf mit dem Essen abdecken“, sagt Lilia Shkolnikova. Die Ernährungswissenschaftlerin im Helene-Weber-Haus in Stolberg sagt auch: „Kinder brauchen mehr.“

Shkolnikova gibt Koch- und Präventionskurse zu Kinderernährung. Für die körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes ist es besonders wichtig, dass es optimal versorgt wird. Die Expertin hält nichts von dem alten Sprichwort, dass man morgens essen sollte wie ein König, mittags wie ein Bauer und abends wie ein Bettler: „Kinder haben einen höheren Energiebedarf. Für sie gilt diese Regel nicht.“

Lilia Shkolnikova bietet im Helene-Weber-Haus in Stolberg Koch- und Präventionskurse zu Kinderernährung an. Foto: Eva Galanis

Shkolnikova rät zu drei ganzen Mahlzeiten am Tag und mehreren Zwischenmahlzeiten: „Kinder müssen gut mit Nährstoffen versorgt werden, um einen Mangel auszuschließen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass ihre Ernährung vielfältig ist.“ Ballaststoffe, Vollkornprodukte, Milch, Obst und Gemüse, alles sollte im Laufe des Tages im Essen für Kinder verarbeitet werden.

Milch, Wasser, Schorlen

Aber nicht nur das Essen ist wichtig. Der Experinnenrat: „Das Trinken ist nicht zu unterschätzen. Milch, Wasser und Saftschorlen sollte man dabei abwechseln — nicht aber Limo. Sie enthält Zucker und gehört somit zu den Produkten, die ich unter dem Punkt ‚das Extra‘ zusammenfasse.“ Dieses Extra bezeichnet Süßigkeiten aller Art. Sie sollten nicht in die Mahlzeit in der Schule integriert, sondern zu Hause überreicht werden, rät Shkolnikova. „Es handelt sich hier um eine Besonderheit“, sagt sie.

Dabei sollten Süßigkeiten nicht mehr als zehn Prozent des täglichen Energiebedarfs eines Kindes ausmachen. „Täglich eine Handvoll Süßigkeiten, das ist okay“, empfiehlt sie — und meint damit die Kinderhand: „Man hat hier eine gute Maßeinheit, weil die Hand mit dem Kind wächst. Je kleiner das Kind ist, desto weniger Süßigkeiten braucht es. Die Hand spiegelt das in gewisser Weise wieder.“

Abgesehen von den Süßigkeiten sollte man die Kinder bei den Entscheidungen über das Essen miteinbeziehen, rät Shkolnikova. „Die Eltern bestimmen, was auf den Tisch kommt — aber das Kind entscheidet, wie viel und was es davon isst. „Man sollte Kinder nicht dazu zwingen aufzuessen. Auch wenn das vielleicht noch immer zum guten Ton gehört.“ Der Kinderkörper meldet seine Bedürfnisse an. Und man sollte weder das Kind dazu zwingen, seinen Körper zu ignorieren, noch sollte man den Körper überversorgen.

„Vielleicht isst das Kind zum Frühstück kaum etwas, dafür hat es dann in der Schule mehr Hunger“, sagt Shkolnikova. Eltern sollten die Mahlzeiten entsprechend anpassen. Am Morgen könnte dem Kind dann vielleicht eher ein Fruchtmilchshake gegeben werden und dafür ein größeres Pausenbrot (siehe Infokasten mit Rezepten). Auch sollte man beachten, dass zierliche oder ruhige Kinder meist ein bisschen weniger brauchen als große, lebhafte oder sportlich aktive Kinder.

Auch sollte man sich nicht zu viele Sorgen machen, wenn Kinder beispielsweise ein Gemüse nicht mögen. Erwachsene essen ja auch längst nichts alles, was gesund sei, meint die Ernährungswissenschaftlerin. Am besten mache man kein großes Aufheben darum, wenn Kinder ein Nahrungsmittel ablehnen. Shkolnikova rät auch zu einer regional-saisonalen Ernährung. „Dabei gewöhnen sich die Kinder an das, was in den verschiedenen Jahreszeiten an Nahrungsmitteln produziert wird und lernen so auch schon etwas über den Umweltschutz.“

Gesunde Ernährung für Kinder der ersten Klasse

Wichtig ist für die Kinder, dass sie eine ausgewogene und vielfältige Ernährung erhalten. Deshalb sollten das Pausenbrot und das Frühstück aufeinander abgestimmt werden, findet Lilia Shkolnikova, Ernährungswissenschaftlerin am Helene-Weber-Haus in Stolberg.

Grundlage für Shkolnikovas Empfehlungen sind die Ergebnisse des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund. „Wichtig ist dabei eine Grundlage für den Energieverbrauch der Kinder. Sie brauchen Ballaststoffe, Vollkornprodukte, Milch, Obst und Gemüse.“ Drei Basiseinheiten für die Frühstücks-Pausenbrot-Kombination sind folgende:

Kombination 1: Für ein Bananenbrot zum Frühstück anderthalb Scheiben Mischbrot, etwas Butter und eine kleine Banane mit 200 Milliliter Kakao oder Milch servieren. In der Pause wird das Frühstück durch ein Käsebrot ergänzt. Hier empfiehlt die Expertin eine Scheibe Vollkornbrot mit Frischkäse und Rohkost dazu (Gurke, Tomaten, Radieschen).

Kombination 2: Ein frisches Obstmüsli zum Frühstück, für das vier Esslöffel Müsli mit 100 Gramm gemischten Obst und 200 Milliliter Milch vermischt werden. In der Pause dient ein Schinkenbrot zur optimalen Nährstoffergänzung (eine Scheibe Vollkornbrot mit Frischkäse, Butter oder Margarine und eine halbe Scheibe Kochschinken).

Kombination 3 ist für Kinder geeignet, die morgens nicht so viel essen können: Ein Powershake aus 200 Milliliter Milch, einer halben Banane und einem Teelöffel Kakaopulver, dazu ein Vollkornzwieback zum Frühstück könnte in der Pause mit einem Powerburger ergänzt werden. Der besteht aus einem Vollkornbrötchen, Butter, Salatblatt, Schnittkäse und einer halben Tomate.

Die Mengen sind ideal für Vier- bis Sechsjährige. Aber auch für ältere Kinder bieten die Kombinationen eine ausgewogene Ernährung. „Einfach etwas mehr von den Zutaten nehmen“, sagt Shkolnikova.

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