Gestürztes russisches Au-Pair-Mädchen dank Leser-Spenden in der Reha

Tragischer Sturz durch Dach : Leser spenden 120.000 Euro für Reha des Au-Pair-Mädchens

Das im Oktober 2018 tragisch verunglückte Au-Pair Anastasia Iwanow (Name geändert) hat ihre dringend notwendige Frührehabilitation begonnen. Ermöglicht haben das Spenden in Höhe von rund 120.000 Euro, die nach einem Aufruf unserer Zeitung zusammengekommen sind.

Die junge Frau stürzte gut sechs Meter in die Tiefe, fiel auf den Kopf, lag zwei Wochen im Koma und war seitdem auf der Intensivstation der Aachener Uniklinik. Sie konnte kaum noch sprechen, war nicht in der Lage, eigenständig zu essen, und zudem halbseitig gelähmt. Nun wurde die 21-Jährige in eine Klinik im rheinland-pfälzischen Vallendar verlegt.

Dort wird sie – je nach Heilungsverlauf – mehrere Monate verbringen. Weil sie noch jung ist, stehen die Chancen nach ärztlicher Aussage gut, dass sie künftig zumindest ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Noch steht nicht fest, wie teuer die Reha sein wird. Auch ist unklar, ob nicht unerwartete Kosten anfallen, die mit den Folgen des Unfalls zu tun haben.

Anastasia Iwanows Mutter ist überglücklich. Sie reiste kurz nach dem Unfall nach Deutschland, wohnte bei der früheren Gastfamilie und begleitet jetzt ihre Tochter während der Reha. Das ist notwendig, um den maximal möglichen Erfolg der neurologischen Frühreha zu gewährleisten. Ihre Unterbringung, die nur ein Bruchteil der teuren Behandlung der Tochter kostet, wird ebenfalls durch Spendengelder gedeckt. Die selbstständige Bäckermeisterin ist seit ihrer Ankunft in Deutschland ohne Einkommen.

Sie und die frühere Gastfamilie zeigten sich überwältigt von der Spendenbereitschaft. „Das hat meiner Tochter ein zweites Leben gegeben“, sagte die Mutter der 21-Jährigen.

Welch Aufwand hinter einer so kurzfristigen Spendenaktion steckt, hat die Katholische Pfarrei St. Sebastian Würselen erlebt. Sie ist als Träger eingesprungen – und musste gut 1200 Spendenquittungen ausstellen. Peter Borsdorff („Running for Kids“) ist mit einer 7500-Euro-Spende der größte Spender.

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