Düsseldorf: Gericht: „Sauerland-Gruppe” keine eigenständige Terrororganisation

Düsseldorf: Gericht: „Sauerland-Gruppe” keine eigenständige Terrororganisation

Die in Düsseldorf vor Gericht stehende islamistische „Sauerland-Gruppe” ist nach übereinstimmender Ansicht des Oberlandesgerichtes und der Bundesanwaltschaft nicht als eigenständige terroristische Vereinigung einzustufen.

Das Gericht verwarf am Mittwoch den Anklagepunkt der Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung gegen die vier angeklagten Männer, wie der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling verkündete. Der Einstellung des Anklagepunktes hatte laut Breidling zuvor auch die Bundesanwaltschaft zugestimmt. Die „Sauerland-Gruppe” gilt nun nicht mehr als eigene inländische Terrororganisation. Der Angeklagte Fritz G. wird zudem nicht mehr als Rädelsführer einer Terrororganisation rechtlich verfolgt.

Die vier Angeklagten hatten vor Gericht ausgesagt, sie hätten Sprengstoffanschläge in Deutschland im Auftrag der usbekischen Terrororganisation Islamische Dschihad-Union (IJU) geplant. Sie sind deswegen unter anderem auch wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrororganisation angeklagt. An dem zu erwartenden Strafmaß für die Angeklagten wird die Einstellung des Anklagepunktes den Angaben zufolge aber nicht viel ändern.

Zur Anschlagsvorbereitung hatten sich drei der vier Männer im Alter von 24 bis 31 Jahren in ein Ferienhaus im sauerländischen Medebach-Oberschledorn zurückgezogen. Dort begannen sie damit, Sprengstoff herzustellen. Vor gut zwei Jahren wurden sie dort festgenommen, der vierte Angeklagte wurde später in der Türkei verhaftet. Seit April 2009 stehen die Männer vor Gericht, im August begannen sie mit umfangreichen Geständnissen.

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