Geldautomaten-Sprenger: Gericht bietet „Audi-Bande“ Strafen ab zweieinhalb Jahren an

Geldautomaten-Sprenger : Gericht bietet „Audi-Bande“ Strafen ab zweieinhalb Jahren an

Die drei mutmaßlichen Geldautomaten-Sprenger der sogenannten „Audi-Bande“ können in Düsseldorf mit Strafen zwischen zweieinhalb und knapp acht Jahren Haft rechnen. Voraussetzung seien umfassende Geständnisse, sagte die Vorsitzende Richterin des Landgerichts am Donnerstag.

Der Hauptangeklagte soll dabei mindestens sechseinhalb Jahre Haft bekommen. Die beiden anderen Angeklagten, die nur an jeweils einem nächtlichen Überfall auf Geldautomaten beteiligt gewesen sein sollen, bekämen im günstigsten Fall zweieinhalb und dreieinhalb Jahre Haft.

Seit mehreren Jahren sorgt die sogenannte „Audi-Bande“ nicht nur in Nordrhein-Westfalen für Aufsehen. Der Hauptangeklagte war laut Anklage an der Sprengung von sieben Geldautomaten in NRW, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt beteiligt, die beiden anderen Angeklagten an je einer der Explosionen. Die 26, 28 und 31 Jahre alten Männer sind Niederländer aus Utrecht. Zwei von ihnen haben auch die marokkanische Staatsangehörigkeit. Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl und das Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen vorgeworfen.

Für die Fahrt zum Tatort sollen sie immer gestohlene, hoch motorisierte Autos der Marke Audi genutzt haben. Die Anklage wirft dem Hauptangeklagten Explosionen in Castrop-Rauxel, Essen, Mönchengladbach, Ratingen und Recklinghausen (alle in Nordrhein-Westfalen) sowie in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und Schüttorf (Niedersachsen) vor.

Die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Einem Medienbericht vom Wochenende zufolge listet das Bundeskriminalamt im neuen Lagebericht für 2018 bundesweit 369 Fälle auf - ein Anstieg um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein in NRW waren es 108 Taten.

(dpa)
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