Auswirkungen auch in Grenzregion: Generalstreik legt Belgien lahm

Auswirkungen auch in Grenzregion : Generalstreik legt Belgien lahm

Wenn zum Beispiel Astronauten an diesem Mittwoch einen Blick auf die Erde geworfen hätten, wäre Belgien wie immer anhand der gelben Straßenlaternen leicht identifizierbar gewesen.

Es würde im Raumschiff aber auffallen, dass im kleinen Königreich wenig Bewegung  herrschen würde, weil ein Generalstreik das Land für 24 Stunden lahmlegte. Die drei großen nationalen Gewerkschaften hatten zum Protest aufgerufen, um so nachdrücklich für Lohn - und Rentenerhöhungen im privaten Sektor zu werben.

Züge kamen nicht verspätet, sondern etwa zur Hälfte gar nicht an, der grenzüberschreitende Thalys blieb allerdings unberührt vom Streik. Der ÖPNV war dezimiert unterwegs, Mülltonnen wurden nicht geleert, Einkaufszentren blieben verriegt, an Schulen fiel Unterricht auf.

Und aus der Luft war Belgien nicht nur Astronauten nahezu unerreichbar. Weil das Bodenpersonal streikte, sperrte der Flugsicherungs- und Verkehrsdienstleister Skeyes den Luftraum bis in einer Höhe von 7500 Metern. Fast 600 Passagier- und Frachtflüge wurden so alleine am Flughafen in Brüssel gestrichen.

Auswirkungen hatte der Streik auf anderen europäischen Flughäfen, die die Flüge nach Belgien canceln mussten. Die Fluggesellschaft Tui Fly hatte schon vor ein paar Tagen berichtet, dass sie ihre Flüge an diesem Mittwoch auf Flughäfen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden verlegen werde. Um 22 Uhr, so war der Plan, sollten Passagiere am Mittwochabend wieder abheben können. Die Auswirkungen des wuchtigen Streiks werde allerdings noch an den folgenden Tagen zu spüren sein.

Betroffene Passagiere haben Recht auf Versorgungsleistungen, falls die Verspätung mehr als zwei Stunden beträgt. Es gibt eventuell eine warme Mahlzeit, aber sicher keine finanzielle Entschädigung. Streiks des Flughafenpersonals gelten als außergewöhnliche Umstände, die die Fluglinien von ihrer Pflicht befreien, Entschädigungen auszahlen zu müssen.

Der Ausstand könnte auch einige Nato-Verteidigungsminister betreffen, die sich am Donnerstag in Brüssel sehen wollen. In Charleroi jedenfalls herrscht Stillstand.

(pa/dpa)
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