Aachen: Gemeinsames Ziel: Rasen ohne Dreck und Abgase

Aachen : Gemeinsames Ziel: Rasen ohne Dreck und Abgase

Laute Motoren, viel Dreck und Abgase: Beim Gedanken an Motocross liegt die Umweltfreundlichkeit erstmal in weiter Ferne. Studenten der RWTH wollen das ändern und den Motorsport ein Stück weit sauberer gestalten. Sie haben sich den MX Academic Cup ausgedacht, einen Wettbewerb, der auf Nachhaltigkeit im Motorsport setzt.

Daran teilnehmen können studentische Teams, die ein Motorrad entwickeln, das mit möglichst wenig Emissionen auskommt. Und zwar nicht nur beim Fahren, sondern auch in der Produktion und später beim Recycling. Aber auch die Performance zählt: Der Wettbewerb soll mit einem Rennen abgeschlossen werden, bei dem die Teams die Leistung ihrer Räder unter Beweis stellen können.

„Die Idee entstand während unseres eigenen Projekts“, erklärt Niklas Bloemen. Im Team MX Aix haben der 25-Jährige und 19 weitere Studenten zwei Motorräder entwickelt, die ebenfalls vor allem einen Anspruch erfüllen sollten: „Nachhaltigkeit ist in der Fahrzeugbranche aktuell das Thema Nummer eins“, sagt Bloemen. So arbeitetet das Team zum einen an einem Motorrad mit verbessertem Verbrennungsmotor und zum anderen an einem E-Bike, also einem Motorrad mit Elektromotor.

„Als wir dann versucht haben, Sponsoren für unser Projekt zu begeistern, wurde schnell klar: Es fehlt ein Rahmenprogramm“, sagt Bloemen. Mit dem Wettkampf soll alles zielgerichteter ablaufen. „Der Cup soll Studenten motivieren, ihnen einen Anreiz geben.“ Konkurrenz und eine Deadline treiben die Teams voran, so die Idee.

Finale im Jahr 2021?

Starten soll der Cup im Juli 2019. Ab dann haben die Teams zwei Jahre lang Zeit, ein Motocross Bike zu konstruieren und umzusetzen. Während dieser Zeit sollen die Studenten professionell betreut werden. Workshops, Preise, Messen — all das gehört zum Programm. Das große Finale könnte dann 2021 stattfinden. Doch bevor es auf die Rennstrecke geht, müssen die Teams Race Camps absolvieren, in denen vor allem die Sicherheit überprüft wird.

Diese Phase steht MX Aix mit seinem E-Bike kurz bevor. Das Team will beim MX Academic Cup an den Start gehen. In Sachen Nachhaltigkeit könnte das Motorrad jedenfalls punkten. Es wird nicht nur von einem Elektromotor betrieben, sondern kann rund 20 Prozent der Bewegungsenergie wiederverwerten.

Die Idee ist zwar nicht neu und Motorräder mit dieser Technik sind längst auf dem Markt. Dennoch blickt das Team stolz zurück auf ein Jahr harte Arbeit. „Anfangs schien es unmöglich“, erinnert sich Team-Mitglied Philipp Garus. „Man muss sich klar machen: Wir haben ein Elektromotorrad, was in Serienproduktion über Jahre entwickelt wird, in einem Jahr umgesetzt.“

Alles haben die Nachwuchsingenieure bis ins kleinste Detail berechnet. Die Motorsteuerung befindet sich im Rahmenheck. In der Mitte sitzt die Batterie, „das Herzstück“ des E-Bikes. 588 Batteriezellen sind darin wabenförmig angeordnet. Im Rennen kann die Batterie mit einem Mal wie aus einer Schublade herausgezogen und ausgetauscht werden. Noch sind einige technische Herausforderungen zu bewältigen. Doch das Team will weiter tüfteln, um den MX Academic Cup erfolgreich zu bestreiten.

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