Kindersportgruppe bedroht: Geiselnehmer wollte von der Polizei erschossen werden

Kindersportgruppe bedroht : Geiselnehmer wollte von der Polizei erschossen werden

Nach einer Geiselnahme in einer Turnhalle steht ein psychisch kranker Mann seit Mittwoch in Münster vor Gericht. Der 25-Jährige hatte am 7. Januar 2019 im münsterländischen Lengerich eine Kinder-Einrad-Sportgruppe mit einer Bombe bedroht.

Die insgesamt 43 Kinder hatten die Halle zwar sofort verlassen können, zwei Übungsleiterinnen blieben jedoch in seiner Gewalt.

Zum Prozessauftakt erklärte der 25-jährige Deutsche, dass er sich von der Polizei erschießen lassen wollte. Er habe Selbstmordgedanken gehabt, aber nicht den Mut aufbringen können, sich selbst zu töten. Bevor er sich nach rund anderthalb Stunden festnehmen ließ, hatte er eine Schachtel Zigaretten gefordert. Andernfalls würden die Geiseln sterben. Eine Bombe hatte er nicht dabei.

Der 25-Jährige war wegen Suizidgedanken bereits am 30. Dezember 2018 vorübergehend in die Psychiatrie in Lengerich eingewiesen worden. Am Tattag hatte er das Gelände bei einem Einzelausgang unerlaubt verlassen und war in die Turnhalle gegangen. Zuvor hatte er selbst bei der Polizei angerufen und eine Bombendrohung abgesetzt.

Die beiden 23 Jahre alten Übungsleiterinnen hatten Todesangst. „Er hat gesagt, dass wir alle sterben werden, wenn wir uns nicht an seine Anweisungen halten“, sagte eine der jungen Frauen den Richtern.

Bestraft werden kann der unter Halluzinationen leidende Mann aus Tecklenburg nicht. Er gilt als schuldunfähig und soll unbefristet in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden. „Ich habe großen Mist gebaut“, sagte er den beiden Übungsleiterinnen. „Durch meine Krankheit konnte ich nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden.“

(dpa)
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