Köln: Gedenkstunde für Opfer des Kölner Stadtarchiv-Einsturzes

Köln: Gedenkstunde für Opfer des Kölner Stadtarchiv-Einsturzes

Mit einer Trauerfeier ist am Dienstag in Köln an die beiden Todesopfer des Stadtarchiv-Einsturzes vor zwei Wochen erinnert worden. „Wir fühlen und leiden mit Ihnen”, sagte Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) an die Adresse der Verwandten und Freunde des 17-jährigen Bäcker-Lehrlings Kevin und des 24-jährigen Studenten Khalil.

Er versprach eine konsequente Aufklärung des Unglücks. Den kulturellen Verlust durch den Einsturz des Archivs nannte Schramma unermesslich für Deutschland und Europa.

In Anwesenheit von Stadtdechant Johannes Bastgen, Superintendent Rolf Domning vom evangelischen Kirchenverband Köln und Imam Hag Hoca Selman Aydin dankte Schramma den Gemeinden für Orte der Stille, Worte des Trostes und Wege der Verarbeitung.

Schwerer als alle Trümmer in der Severinstraße wiege der unerträgliche Schmerz der Angehörigen. „Das Unglück hinterlässt eine tiefe, offene Wunde in der Stadt.”

Schramma sprach auch die Ängste im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau an. „Alle beantwortbaren Fragen werden beantwortet werden müssen, daran werde ich mit ganzem Einsatz arbeiten”, kündigte der Oberbürgermeister an. Verantwortlichkeiten müssten geklärt und Konsequenzen gezogen werden.

Die Anwohner hätte zudem ein Recht auf eine erneute Prüfung der Baurisiken durch unabhängige Gutachter. Bautechnische Mängel werden als Ursache für das Unglück vom 3. März vermutet, bei dem das Stadtarchiv und zwei Wohnhäuser in der Kölner Südstadt einstürzten. Etwa 60 Menschen verloren ihre Wohnung und ihren Besitz. Weitere Häuser werden statisch geprüft.

Die Bergungsarbeiten von Archivalien aus den Trümmern gehen unterdessen weiter. Schramma dankte dem Land NRW und anderen Archiven für die Unterstützung. Er hoffe, dass die Zeichen der Solidarität aus ganz Europa andauerten. „Wir sind noch für lange Zeit auf Hilfe angewiesen.”

Das Kölner Historische Stadtarchiv war das größte und vollständigste kommunale Archiv nördlich der Alpen. Es beherbergte Originaldokumente aus mehr als 1000 Jahren rheinischer Geschichte.

Auf einer Fachtagung in Detmold kündigten am Dienstag die westfälischen Archivare Hilfe bei der Sicherung von Beständen des Kölner Stadtarchivs zu. „Wir werden den Kollegen helfen, wo wir können, um einen möglichst großen Teil des Gedächtnisses der Stadt Köln zu retten”, erklärte der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Wolfgang Kirsch, auf dem 61. Westfälischen Archivtag.

Neben Arbeitskraft sollten Fachwissen und Technik zur Verfügung gestellt werden, vor allem für die Trocknung durchnässter Dokumente. Die Beseitigung der Schäden werde jedoch Jahre in Anspruch nehmen.

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