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Baldige Öffnung gefordert: Gastronomen wollen mit leeren Stühlen protestieren

Baldige Öffnung gefordert : Gastronomen wollen mit leeren Stühlen protestieren

Für Bars, Restaurants und Cafés ist jede Woche Corona-Krise eine Woche zu viel. Vielen Betrieben steht das Wasser bis zum Hals, weil die Einnahmen ausbleiben. Nun wollen sie ein Zeichen setzen.

In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen wollen Gastronomen am Freitag mit leeren Stühlen auf ihre Situation aufmerksam machen und auf eine baldige Öffnung der Gastronomie pochen. „Die leeren Stühle stehen symbolisch für die Leere in den Kassen und Betrieben und die große Unsicherheit von Unternehmern und Beschäftigten“, sagte ein Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga NRW. Aufgestellt werden sollen sie auf zentralen Plätzen in den Städten – etwa auf dem Rathausplatz in Düsseldorf oder in Bielefeld und mehreren anderen Städten. Vorbild sind Mahnwachen mit leeren Stühlen in Dresden, die bereits mehrfach stattgefunden haben.

Anders als Geschäfte müssen Cafés, Restaurants und Kneipen wegen der Coronavirus-Pandemie vorerst weiterhin geschlossen bleiben. Allerdings müssen sie nach jüngsten Beschlüssen weniger Mehrwertsteuer zahlen und profitieren vom aufgestockten Kurzarbeitergeld. Angesichts des Umsatzeinbruchs um nahezu 100 Prozent sei es für viele Betriebe schwierig, überhaupt die notwendigen Vorleistungen zu erbringen, hieß es von Dehoga.

Die Grünen in Nordrhein-Westfalen haben von der Landesregierung einen Rettungsschirm für Gastronomen gefordert. Die Landesvorsitzende Mona Neubaur sagte der „Rheinischen Post“, nötig sei ein sofortiger „Rettungsschirm Gastro und Hotellerie“, wenn es nicht bald nur noch große unpersönliche Ketten geben solle, sondern weiter auch das kleine, inhabergeführte Lokal ums Eck.

Lege man die vom Dehoga berechneten Mittel von über zwei Milliarden Euro zugrunde, die bundesweit zur Rettung der Gastronomie nötig seien, entfielen auf NRW rund 500 Millionen Euro, sagte Neubaur der Zeitung. Die Landesregierung müsse zudem sicherstellen, dass die Gastronomen damit nicht nur ihre gewerblichen Ausgaben, sondern auch ihre Lebenshaltungskosten finanzieren dürfen.

Der Präsident des Dehoga in NRW, Bernd Niemeier, bezeichnete in der „Rheinischen Post“ selbst mit Lockerungen ab Anfang Mai die Aussichten als trüb: „Wir reden derzeit über einen nahezu flächendeckenden Umsatzausfall in Höhe von 100 Prozent. Restaurants werden voraussichtlich bei einem Wiederanfahren die Zahl ihrer Tische um mindestens die Hälfte reduzieren müssen, die Kosten bleiben aber gleich oder steigen sogar wegen der Erfüllung der Anforderungen.“

(dpa)