Bonn: Fünf Jahre Haftstrafe für Großvater wegen Missbrauch von Enkelin

Bonn: Fünf Jahre Haftstrafe für Großvater wegen Missbrauch von Enkelin

Jahrzehntelang hat ein heute 76-jähriger Rentner bestritten, ein Kinderschänder zu sein.

Im einem Missbrauchsprozess vor dem Bonner Landgericht hat er schließlich sein Schweigen gebrochen und zugegeben, sowohl seine Enkelin als auch Jahrzehnte zuvor seine eigene Tochter über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben.

Die Jugendschutzkammer verurteilte den angeklagten Großvater am Freitag wegen elf Übergriffen, darunter vier Vergewaltigungen seiner Enkelin, zu fünf Jahren und drei Monaten Haft. Die Übergriffe bei seiner Tochter sind längst verjährt.

In beiden Fällen lägen die schlimmsten Formen des Missbrauchs vor, hieß es in der Urteilsbegründung. Beide Frauen, Tochter und Enkelin, wurden bereits im Alter von acht Jahren zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Beide Missbrauchsopfer kommen bis heute nicht mit den psychischen Folgen zurecht. Die Enkelin hat die Übergriffe auch erst 2010, zwölf Jahre nach dem Geschehen, angezeigt. Zuvor hatte sie zwei Selbstmordversuche unternommen. „Sie haben das Leben der Frauen richtig zerstört”, sagte der Vorsitzende Richter.

Das Einzige, was für den schwer kranken Angeklagten gesprochen habe, sei sein spätes Geständnis gewesen, hieß es. Damit habe er den beiden Frauen wenigstens das Gefühl genommen, dass sie Lügnerinnen seien. Bis zum Prozess hatte er immer behauptet, nie ein Kind angefasst zu haben.

Die Strafe wäre nach Angaben des Richters bei weitem höher ausgefallen, wenn der Angeklagte nicht so schwer krank wäre und die Straftaten nicht schon so lange zurücklägen. Die Staatsanwältin hatte sieben Jahre Haft gefordert.

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