Mönchengladbach: Früherer AWO-Geschäftsführer steht vor Gericht

Mönchengladbach: Früherer AWO-Geschäftsführer steht vor Gericht

Der Finanzskandal bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Rhein-Kreis Neuss wird ab Dienstag (12. Januar, 10.15 Uhr) vor dem Landgericht Mönchengladbach verhandelt.

Dem früheren Geschäftsführer und ehemaligen SPD-Politiker Ulrich B. wird vorgeworfen, bei der AWO zwischen 1997 und 2002 mehr als 400.000 Euro veruntreut zu haben. Allerdings könnte das Verfahren schon kurz nach Prozessbeginn platzen: Nach Gerichtsangaben soll der 61-jährige Angeklagte angeblich unter Demenz leiden und bereits in einem Heim leben.

B. soll als Geschäftsführer der AWO große Summen Geld zu Unrecht auf sein Privatkonto transferiert und sich auf Kosten der Organisation Urlaubsreisen beispielsweise nach Griechenland gegönnt haben. Seiner längst im Rentenalter befindlichen Mutter soll der 61-Jährige obendrein ein regelmäßiges Gehalt überwiesen haben. Dafür hatte ihn das Amtsgericht Mönchengladbach vor drei Jahren bereits zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Weil der SPD-Parteifunktionär dagegen Berufung eingelegt hatte, brauchte er die Strafe nicht anzutreten.

Ob nun ab Dienstag der Fall wie geplant am Landgericht in zweiter Instanz neu aufgerollt werden kann, ist fraglich. Sollten Ärzte tatsächlich eine fortschreitende Demenz bei dem Angeklagten feststellen, müsste der Fall zu den Akten gelegt werden. Um eine Verurteilung käme der Mann dann herum.

Sollten ihn die zuständigen Mediziner allerdings als verhandlungsfähig einstufen, müsste sich B. an zunächst zehn Prozesstagen vor Gericht verantworten. In diesem Fall soll das Urteil am 9. März verkündet werden.

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