Mönchengladbach: Friedhofsmord: Urteil wird später fallen

Mönchengladbach: Friedhofsmord: Urteil wird später fallen

Im Prozess gegen vier Jugendliche, die im Frühjahr einen Mann auf dem Friedhofsparkplatz in Hückelhoven-Schaufenberg gemeinschaftlich ermordet haben sollen, ist zunächst nicht mit einem Urteil zu rechnen.

In der Verhandlung vor dem Landgericht Mönchengladbach am Montag, die den ganzen Tag dauerte, wurde über die persönlichen Verhältnisse der Angeklagten, ihre Reife und ihre strafrechtliche Verantwortlichkeit diskutiert.

Die Jugendlichen hatten damals das Auto des ermordeten 54-Jährigen genommen und waren auf dem Weg nach Spanien in Paris von der dortigen Polizei festgenommen worden.

In den Berichten der Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe spiegelten sich am Montag die schwierigen familiären Verhältnisse der Angeklagten wider.

Nach Beobachtungen der Jugendgerichtshelfer waren die Eltern der beiden Brüder erziehungsunfähig, die Familie zog allein in der Grundschulzeit der Brüder zwölf Mal um.

Soziale Bindungen und ein gefestigtes Wertesystem konnten sich unter diesen Voraussetzungen nicht entwickeln, hieß es.

Dennoch sind drei der Angeklagten offenbar eindeutig schuldfähig, teilte ein Sprecher des Mönchengladbacher Landgerichts mit. Auch die sich daran anknüpfende Frage der strafrechtlichen Verantwortlichkeit wurde von den Gutachtern bejaht.

Lediglich bei der - minderbegabten - Janina bestünden diesbezügliche Zweifel.

Weitere Termine, voraussichtlich

Die Verteidiger der Angeklagten kündigten an, in der Verhandlung am Dienstag weitere Anträge zu stellen, über deren Inhalt allerdings noch nichts bekannt wurde.

Deshalb ging der Gerichtssprecher am Montag davon aus, dass entgegen der bisherigen Planung am Dienstag noch nicht plädiert werden kann. Es sei „deshalb auch nicht damit zu rechnen, dass bereits am 12. Januar ein Urteil in diesem Verfahren verkündet werden wird”. Voraussichtlich werde die Kammer weitere Termine bestimmen.

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