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„Klimakrise wartet nicht“: Fridays for Future wieder auf der Straße

„Klimakrise wartet nicht“ : Fridays for Future wieder auf der Straße

Fridays for Future geht wieder auf die Straße – trotz Corona. Am Freitag gab es zahlreiche Aktionen in NRW. Die Klimakrise warte nicht, bis die Pandemie vorbei ist, so die Aktivisten.

Klimastreik trotz Corona-Zeit: Dem Aufruf der Bewegung Fridays for Future sind am Freitag nach Monaten der Pandemie-Pause Tausende vor allem junge Menschen in zahlreichen NRW-Städten auf die Straßen gefolgt. Überwiegend mit Masken und Abstand demonstrierten sie für mehr Klimaschutz.

Laut Angaben von Organisatoren und Polizei wurden zunächst keine Probleme mit den Corona-Regeln bekannt. Vielmehr hätten sich die Teilnehmer daran gehalten. „MASKE AUF EMISSIONEN RUNTER“ war etwa bei der Klima-Demo in Bonn auf einem Banner zu lesen.

„Die Klimakrise wartet nicht auf einen Impfstoff“, sagte Carla Reemtsma, eine Sprecherin der Bewegung, der Deutschen Presse-Agentur. Fridays for Future wolle auch in der Corona-Krise Verantwortung übernehmen. „Die Zeit zur Einhaltung der Klimaziele wird knapp“, betonte die Aktivistin, die bei der Kundgebung in Köln dabei war. Dort seien rund 10.000 Teilnehmer gewesen. Laut Polizei-Sprecher verlief die Veranstaltung „auflagenkonform“.

Insgesamt waren an über 70 Orten in NRW Aktionen geplant. Eine größere war in Bonn: Dort versammelten sich nach Schätzung der Organisatoren rund 3000 Teilnehmer, um durch die Stadt zu ziehen. Laut Angaben eines dpa-Reporters achteten zahlreiche Ordner genau darauf, dass die Teilnehmer Abstand zueinander hielten. Trotz Masken riefen viele Teilnehmer Klimaschutz-Parolen. Zudem zeigten sie Banner und Schilder mit Sprüchen wie: „Dinos dachten auch dass sie noch Zeit haben.“

Auch in Essen (laut Organisatoren 1000 Teilnehmer) und Aachen (4000) gab es größere Kundgebungen. „Sie tragen ihre Masken, alles gut“, sagte eine Polizei-Sprecherin in Aachen. Mehrere Hundert Menschen versammelten sich am Nachmittag zudem für eine Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf und füllten die Wiese vor dem Gebäude, wie ein dpa-Reporter berichtete. Kleinere Aktionen mit einigen Hundert Teilnehmern gab es laut Organisatoren etwa in Hagen, Recklinghausen und Dinslaken.

In den vergangenen Coronavirus-Monaten hatte es anders als im Vorjahr in NRW keine größeren Aktionen von Fridays for Future in mehreren Städten gleichzeitig gegeben. Im April hatte die Bewegung etwa vor dem Hintergrund der Pandemie zu einem digitalen Netzstreik aufgerufen und teils auch mit kleinen Gruppen draußen demonstriert.

Die aktuellen Aktionen waren Teil weltweiter Proteste für den Klimaschutz und die Energiewende unter dem Motto „Kein Grad weiter“. So versammelte sich auch die Anführerin der weltweiten Klimaschutzbewegung Fridays for Future Greta Thunberg mit einem guten Dutzend weiterer Demonstranten vor dem Parlament in Stockholm. „Heute ist unser globaler Klimaaktionstag, und wir streiken an über 3100 Orten!“, schrieb die Schwedin bei Twitter.

Über den Fridays-for-Future-Aufruf hinaus soll es in NRW auch am Wochenende Aktionen geben: Im Rheinischen Braunkohlerevier sind von Freitag bis Sonntag weitere Proteste gegen den Tagebau mit mehreren Tausend Teilnehmern zu erwarten. Die Initiative „Ende Gelände“ hat ein „Wochenende des zivilen Ungehorsams“ angekündigt und plant nach eigenen Angaben, Kohlebagger und Gas-Infrastruktur zu blockieren. Am Freitag blieb es laut Polizei Aachen zunächst ruhig.

Ein sogenanntes Klimacamp in der Stadt nahe dem Revier durfte nach Kontrollen am Freitagmorgen zudem weiter stattfinden. Das Camp hatte am Dienstag begonnen und soll bis Sonntag dauern. Am Donnerstag hatte es aber bei einer Überprüfung noch Probleme gegeben: Unter anderem seien anonymisierte Corona-ID vergeben worden. Auch auf falsche Angaben wie Vincent van Gogh sei man gestoßen. Zudem hätten einige Teilnehmer keinen Mundschutz getragen. Am Freitagmorgen waren die Behörden dann aber zufrieden mit den Infektionsschutzmaßnahmen.

(dpa)