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Frauen arbeiten seltener von zu Hause aus als Männer

Studie der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung : Unternehmen halten Frauen stärker vom Homeoffice fern

Frauen ist es nach eigenen Angaben seltener erlaubt, im Homeoffice zu arbeiten als Männern - obwohl die technische Möglichkeit bestünde. Zu dem Schluss kommt eine Studie der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung, die am Donnerstag vorgestellt wurde.

Frauen wird die Arbeit von zu Hause aus seltener gestattet. Das kam bei einer repräsentativen Studie der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung heraus. Demnach hätten 22 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen gesagt, dass sie nicht von zu Hause arbeiten, weil es nicht erlaubt sei - obwohl es technisch möglich wäre. Bei den männlichen Beschäftigten trafen nur 12 Prozent diese Aussage.

„Ein Recht auf Homeoffice würde vor allem Frauen helfen“, schließen die Studienautorinnen daraus. Deshalb sei es umso wichtiger, dass Beschäftigte, die gerne von zu Hause arbeiten würden, Rückendeckung vom Gesetzgeber bekämen. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwägt die Einführung eines gesetzlichen Anspruchs auf das Homeoffice.

Manchmal passt auch der Job nicht zum Homeoffice

Knapp 78 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gaben an, dass ihr Job nicht zum Homeoffice passe. Das ist damit der häufigste Grund für einen Verzicht aufs Arbeiten von zu Hause. Rund 69 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass die eigene Anwesenheit dem Chef wichtig sei. Karrierenachteile durchs Homeoffice befürchteten knapp 6 Prozent der Frauen und 5 Prozent der Männer. Alle Befragten konnten Mehrfachantworten geben.

Die Forscherinnen haben für ihre Studie einen Datensatz aus den Jahren 2014/15 mit Angaben zu knapp 1800 Beschäftigten ausgewertet. Er ist den Angaben zufolge repräsentativ für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten.

(dpa)