Frau attackiert Gerichtsvollzieher in Düsseldorf mit Flüssigkeit

SEK nimmt Täterin fest : Frau attackiert Gerichtsvollzieher mit Flüssigkeit

Spektakulärer SEK-Einsatz in Düsseldorf: Die Polizei nimmt in Säureschutz-Anzügen eine Frau fest, die an ihrer Wohnung einen Gerichtsvollzieher mit einer ätzenden Flüssigkeit attackiert und leicht verletzt hatte. Sie soll psychische Probleme haben.

Gespenstische Szenen vor einem Mehrfamilienhaus in Düsseldorf: Ein schwer bewaffnetes Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei bringt sich mit Säureschutzmasken und Schilden in Stellung. Eine 51 Jahre alte Frau hatte sich am Mittwochmorgen in ihrer Wohnung im Stadtteil Hassels verschanzt, nachdem sie laut Polizei vorher einen Gerichtsvollzieher mit einer noch unbekannten Flüssigkeit attackiert hatte. Nach knapp zweieinhalb Stunden wurde sie festgenommen und aus dem Haus geführt. Den Beamten zufolge leidet die Frau offenbar unter Wahnvorstellungen.

Der Gerichtsvollzieher und zwei Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes, die ebenfalls etwas von der Flüssigkeit abbekamen, wurden nach Angaben des Düsseldorfer Amtsgerichts in ein Krankenhaus gebracht und dort behandelt. Sie konnten die Klinik noch am Mittwoch ohne körperliche Schäden verlassen. Die Polizei berichtete, dass der Gerichtsvollzieher leicht verletzt worden sei.

Polizei und Rettungsdienst waren gegen 8.40 Uhr alarmiert worden: Eine Person habe „Säure im Gesicht“, so die erste Meldung. Auch Schüsse seien gefallen, berichteten Nachbarn gegenüber der Polizei. Was genau in diesen Minuten passierte, war zunächst unklar. Fest stehe aber, dass die Frau den 45 Jahre alten Gerichtsvollzieher vor ihrer Wohnungstür mit einer ätzenden Flüssigkeit angegriffen habe, sagte ein Polizeisprecher. Ob es Säure oder etwa ein Reinigungsmittel war, sei noch nicht geklärt.

„Der Angriff erfolgte für den Obergerichtsvollzieher aus dem Nichts. Vor Jahren hatte er bereits einmal Kontakt mit der Schuldnerin, ohne besondere Vorkommnisse“, teilte das Amtsgericht mit.

Beim Eintreffen der Polizei wurden die Beamten dann von der Frau mit einer Waffe bedroht, wie der Polizeisprecher berichtete. Mutmaßlich handele es sich um eine Gas- oder Tränengaspistole, mit der die Frau im Treppenhaus geschossen habe.

Da die Frau sich allein in ihre Wohnung zurückgezogen habe und die Brisanz der Situation unklar gewesen sei, wurde ein Spezialeinsatzkommando zu Hilfe gerufen. Die Beamten des SEK rüsteten sich mit Schutzmasken und säurefesten Anzügen unter ihren Einsatzuniformen aus. Um kurz vor 11 Uhr konnte die Frau nach Angaben der Polizei festgenommen werden. Sie wurde von SEK-Beamten aus dem Haus geführt und vernommen. Dabei habe sich der Verdacht ergeben, dass die Frau psychische Probleme habe. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst nicht entschieden, ob sie die Einweisung der Frau in eine geschlossene Psychiatrie oder einen Haftbefehl beantragt.

Bei einem zweiten SEK-Einsatz am Mittwoch in Düsseldorf wurde ein junger Mann nach einem mutmaßlichen Körperverletzungsdelikt gesucht. Eine 45 Jahre alte Frau hatte der Polizei gemeldet, dass der 25-Jährige sie geschlagen habe. Auch ein Messer sei im Spiel gewesen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Düsseldorf-Oberbilk wurde der Mann zunächst nicht gefunden, am Nachmittag dann in einer anderen Wohnung gefasst. Die 45-Jährige sei dem Zwischenfall leicht verletzt worden, der 25-Jährige habe sich selbst verletzt.

(dpa)
Mehr von Aachener Nachrichten