Frank Thelen ("DHDL") wirbt auf atec-Konferenz für digitale Revolution

Atec-Konferenz in Aachen : „Höhle der Löwen“-Juror Thelen wirbt für digitale Revolution

Jede Art von Zweifel scheinen ihm fremd zu sein. Für den Investor Frank Thelen steht fest: Die digitale Revolution ist ein Segen. Sie wird die Welt in den kommenden Jahrzehnten grundlegend verändern.

Für junge Unternehmer tun sich damit gewaltige Chancen auf. Welche das sind, versuchte der 43-Jährige am Freitag bei der Aachener Digitalkonferenz atec im SuperC der RWTH deutlich zu machen.

Thelens Vortrag war ein Festival der einfachen Botschaften: In Deutschland werde die digitale Revolution verschlafen. Schuld daran sei eine Gesellschaft, die allein schon beim Wort „Daten“ Magengeschwüre bekomme. Auch in der Politik geben es überall „Gestrige“, die bremsen würden. Sie säßen im Kanzleramt, in der Bundesregierung, in der EU-Kommission. Deshalb gebe es derzeit „kein starkes politisches System“, das dafür sorge, dass sich „in Europa wieder zukunftsrelevante Technologie etabliert“.

Um den Stillstand aufzubrechen, brauche es Personen wie ihn. Junge Menschen, die „es Scheiße finden, einfach abzuhängen“, für die ein Unternehmen aufzubauen „das geilste überhaupt“ ist. „Die beste Zeit für die Gründung eines Unternehmens ist unmittelbar nach dem Studium,“ verkündete Thelen. Und: „Jeder kann es schaffen.“ Er selbst sei dafür ein Beispiel. Früh habe er Unternehmen gegründet und sich trotz heftiger Rückschläge („im Jahr 2000 war ich kaputt, hatte Millionenschulden“) nicht beirren lassen.

Es sind einfache, süffige Sätze, mit denen Thelen sein Publikum zu begeistern versuchte. Sätze, die aus der „Höhle der Löwen“ stammen könnten, jener Fernsehshow, in der Thelen als Juror die Geschäftsidee von jungen Unternehmern bewertet und die ihn einem breiteren Publikum bekannt gemacht hat. Eine Sendung, die allerdings von vielen Verbraucherschützern als „Butterfahrt des digitalen Zeitalters“ kritisiert wird, weil in ihr Zuschauern mit viel Tamtam überteuerte und häufig nutzlose Produkte angedreht würden.

In diese Kategorie fällt sicherlich nicht „Lilium“. Thelen, der selbst nicht mehr unternehmerisch tätig ist, sondern mit seiner Risikokapital-Firma „Freigeist“ Startups finanziert, hat in das Unternehmen schon früh investiert. Damals sei er für verrückt erklärt worden, erzählt Thelen. Heute zähle das Unternehmen, das ein Flugtaxi mit Elektromotoren entwickelt hat, zu den „spannendsten Firmen Europas.“  Überhaupt sei E-Transportation eine zentrale Technologie der Zukunft. Gleiches gelte für die Blockchain-Technologie, mit der unter anderem die Börsen abgelöst werden könnten.

„Viele Innovationen stecken derzeit noch im Labor fest“, konstatierte Thelen. Für sie müssten endlich Geschäftsmodelle entwickelt werden. Für junge Unternehmer gebe es deshalb heute „so große Chancen wie noch nie“. 

(jozi)
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