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Sensationsfund: Forscher finden seltenen Pseudoskorpion im Nationalpark Eifel

Sensationsfund : Forscher finden seltenen Pseudoskorpion im Nationalpark Eifel

Mit seinen großen Scheren erinnert das Spinnentierchen an seinen Namensvetter. Aber ansonsten ist der Winzling ganz anders. Vielleicht ist die kleine Spinne den Forschern im Nationalpark Eifel sogar als blinder Passagier in die Falle gegangen.

Der Nationalpark Eifel spricht von einem kleinen Sensationsfund: Forscher haben in dem Schutzgebiet einen den Angaben nach äußerst seltenen Pseudoskorpion nachgewiesen. Das winzige nur 2,5 Millimeter kleine Spinnentierchen hat zwar wie sein Namensvetter verhältnismäßig große Scheren, ist aber mit dem Skorpion nicht verwandt, wie der Nationalpark am Donnerstag mitteilte. So hat er auch keinen Giftstachel. Der Pseudoskorpion „Anthrenochernes stellae“ sei nicht nur äußerst selten, sondern auch schwer nachweisbar.

Die Forscher hatten nicht gezielt nach dem Tierchen gesucht. Es ging ihnen im Zusammenhang mit der Erfassung von Insektenarten in die Falle. Möglicherweise sei der Pseudoskorpion als eine Art blinder Passagier mit einem anderen Tier in die Falle gegangen: Das Spinnentier könne sich an ein Insekt heften und mit ihm fliegen.

Die Art sei nach europäischem Recht geschützt. Nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz (BfN) ist die kleine Spinne vor allem durch die Beseitigung abgestorbenen Holzes gefährdet, insbesondere von alten Bäumen mit Hohlräumen. Im Nationalpark Eifel passiert ihr das nicht, weil die Natur dort sich selbst überlassen bleibt. Bäume dürfen alt werden, absterben und werden auch dann nicht beseitigt. Im Nationalpark Eifel ist die Zahl aller nachgewiesenen Arten im Jahr 2019 den Angaben nach auf über 10.500 angestiegen.

Der „Anthrenochernes stellae“ ist laut BfN bisher aus Dänemark, Schweden, Polen, Tschechien und Deutschland bekannt. In Deutschland sei die Art bislang nur zwei Mal mit je zwei Exemplaren in Thüringen und Sachsen gefunden worden. Zwei neue Nachweise liegen demnach zudem aus Baden-Württemberg und dem Saarland vor. Fundierte Aussagen zur Verbreitung seien nicht möglich.

(dpa)